2026: Halber Strombedarf aus emissionsarmen Quellen

Das geht aus Berechnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) hervor. Dabei spiele auch Kernenergie wieder eine stärkere Rolle.

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Check-List Redaktion

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In den nächsten Jahren ist mit einem deutlich größeren Angebot an erneuerbarer und emissionsfreier Energie zu rechnen, geht aus der Analyse Electricity 2024 der Internationalen Energieagentur (IEA) hervor. Die Kernenergie sei auf dem besten Weg, bis 2025 bei der Stromproduktion ein neues Allzeithoch zu erreichen. Somit werde die Stromerzeugung aus Solar-, Wind- und Wasserkraft sowie aus Kernkraftwerken den Anteil der fossilen Brennstoffe bei der Stromerzeugung verringern.

2026 sollte fast die Hälfte der weltweiten Stromerzeugung aus emissionsarmen Quellen stammen. Vergangenes Jahr lag dieser Anteil noch bei 40 Prozent. Aber bereits 2025 werden erneuerbare Energien mehr als ein Drittel der gesamten Stromerzeugung ausmachen und damit die Kohle überholen, geht aus der Analyse hervor. Die Kernenergie erhalte Aufwind, da die Produktion in Frankreich steige, mehrere japanische Kraftwerke wieder ans Netz gehen werden und neue Reaktoren – etwa in China, Indien, Korea und Europa – in Betrieb genommen werden.

Es wäre das erste Mal seit Beginn der IEA-Aufzeichnungen, dass der Anteil der fossilen Brennstoffe an der weltweiten Stromerzeugung unter 60 Prozent fällt. „Daher ist es ermutigend, dass das rasche Wachstum der erneuerbaren Energien und der stetige Ausbau der Kernenergie zusammen auf dem besten Weg sind, den gesamten Anstieg der weltweiten Stromnachfrage in den nächsten drei Jahren zu decken“, sagte IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol. „Dies ist vor allem der enormen Dynamik der erneuerbaren Energien zu verdanken, allen voran der immer billiger werdenden Solarenergie, sowie dem bedeutenden Comeback der Kernenergie, deren Erzeugung bis 2025 einen historischen Höchststand erreichen soll“, so Birol.

Der Bericht geht davon aus, dass die weltweiten Emissionen aus der Stromerzeugung heuer um 2,4 Prozent sinken werden, gefolgt von kleineren Rückgängen in den Jahren 2025 und 2026. Wobei der Anteil der Elektrizität am Endenergieverbrauch von 18 Prozent im Jahr 2015 auf 20 Prozent im Vorjahr gestiegen ist. Während der weltweite Strombedarf im Vorjahr nur um 2,2 Prozent gestiegen ist, rechnet die IEA bis 2026 mit einem durchschnittlichen Wachstum um 3,4 Prozent. Wobei 85 Prozent dieses Anstiegs auf Länder wie China, Indien sowie auf Staaten Südostasiens entfallen werde. In Afrika hingegen stagniert der Pro-Kopf-Stromverbrauch – und dies seit mehr als drei Jahrzehnten.

„Der Stromverbrauch ist ein Schlüsselindikator für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes, und es ist ein düsteres Zeichen, dass der Pro-Kopf-Verbrauch in Afrika seit über drei Jahrzehnten stagniert“, merkte Birol an.

Die Strompreisentwicklung war 2023 in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich. So gingen zwar die Großhandelspreise für Strom in Europa im Durchschnitt um mehr als 50 Prozent zurück. Dennoch waren sie immer noch mehr als doppelt so hoch wie vor der Covid-Pandemie, während die Preise in den USA nur etwa 15 Prozent höher waren als 2019. Mit dem höheren Preis sank in der Europäischen Union auch der Stromverbrauch zwei Jahre in Folge. Frühestens 2026 dürfte wieder das Niveau von vor der globalen Energiekrise erreicht werden.

apa

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