Aktivisten suchen Fakten für Windkraft im Waldviertel

Fridays For Future präsentierte Offenen Brief, Scientists for Future gestalteten eine Broschüre.

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Check-List Redaktion

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Fridays For Future präsentierte Offenen Brief, Scientists for Future gestalteten eine Broschüre.

Das Thema Windkraft-Ausbau wird im Waldviertel durchwegs heiß und kontrovers diskutiert. Für einen faktenbasierten Zugang sprachen sich Aktivisten und Experten aus. Bei einer Pressekonferenz von Fridays For Future wurde ein Offener Brief präsentiert, die Scientists for Future gestalteten eine Faktencheck-Broschüre. „Ein Windrad muss man nicht schön finden“, aber man müsse es „im Kontext sehen“, sagte Ökologe Franz Essl von der Universität Wien.

Im Offenen Brief sind Windkraft-Argumente aufgelistet. Unterstützungsunterschriften werden online gesammelt. Das Schreiben ist auch Teil der Broschüre von Scientists for Future. Deren Vertreter Jan Hurt betonte, dass aktuell „viele Falschinformationen und Gerüchte im Umlauf“ seien. Das wissenschaftlich verfasste Dokument soll nun „eine gute Diskussionsgrundlage bieten“.

Mobilität und Wärmeerzeugung müssten künftig noch stärker elektrifiziert werden, hob Hurt hervor. Für den damit einhergehenden Anstieg beim Strombedarf werde Photovoltaik alleine nicht genügen. Es werde auch nicht reichen, Windräder „nur im Wiener Becken zu bauen“. Es brauche einen Windkraft-Ausbau auch im Waldviertel, nicht zuletzt, weil eine „regionale Verteilung wichtig für die Stabilisierung in den Stromnetzen“ sei. Generell sei Österreich hinsichtlich Windenergie „weit hinterher“, die Energiewende scheitere hierzulande am nötigen Ausbau.

Essl äußerte sich ähnlich, Photovoltaik und Windenergie seien von der Kostenseite und von den Ausbaupotenzialen in Österreich und auch im Waldviertel die Energieformen der Zukunft. In der Diskussion brauche es eine größere Perspektive, auch in Hinblick auf die Alternativen.

Unumgänglich sei jedenfalls der Ausstieg aus fossiler Energie. Ansonsten wird das Waldviertel laut Essl – Stichwort Borkenkäferproblematik – „seinen Namen in einigen Jahrzehnten nicht mehr zurecht tragen. Es wird zu einem massiven Sterben der Wälder kommen.“ Eine Ausdünnung bei den dominierenden Fichten sei in manchen Regionen schon jetzt Realität.

Als Platz für ein Windrad sei nicht jeder Standort aus ökologischer Sicht geeignet, dem werde in Niederösterreich aber mit dem Zonierungsprozess Rechnung getragen. Übrig bleiben für Essl „genügend gut geeignete Standorte auch im Waldviertel“, für die es dann auch Mehrheiten geben werde.

apa

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