E-Control fordert rascheren Netzanschluss von PV-Anlagen

Aktionsplan soll den Ausbau der erneuerbaren Energie beschleunigen

© unsplash
Check-List Redaktion

Check-List Redaktion

Wer eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) installieren will, braucht vor allem eines: Geduld. Dies beginnt bei der Anlage selber, wo oft auf einzelne Komponenten wie etwa Wechselrichter lange gewartet werden muss. Aber selbst fertig installierte Anlagen können oft nicht in Betrieb genommen werden, da es Probleme beim Netzanschluss gibt. Mit dem Aktionsplan Netzanschluss will die E-Control gegensteuern, teilte die Regulierungsbehörde Donnerstagabend vor Journalisten mit.

Vor allem beim Netzanschluss gebe es viele Hürden, die zu beseitigen seien. Vom Ansuchen bis zur Umsetzung könnten mehrere Monate vergehen. Dies beginne bei der teilweise langen Bearbeitungsdauer der Netzbetreiber oder der Reaktionszeit auf Anträge zum Netzzugang. Aber auch die Begrenzung der Einspeiseleistung, um eine Netzüberlastung zu verhindern, sowie die fehlende Transparenz bei den Netzkapazitäten gelten als Hemmschuhe für den Ausbau der Anlagen, wie die E-Control-Vorstand Alfons Haber und Esther Werderitsch von der Abteilung der Regulierungsbehörde, mitteilten.

Daher habe die E-Control einen Aktionsplan erarbeitet, “der eine Reihe von Maßnahmen für eine raschere Umsetzung von Netzanschlüssen vorsieht”, sagte Haber. Dies sei notwendig, um die Ziele bis 2030 einhalten zu können. Schließlich soll bis dahin die Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen um 27 Terawattstunden (TWh) erhöht werden, 11 TWh davon mit Photovoltaikanlagen.

Ende 2022 gab es in Österreich 250.000 Zählpunkte für PV-Anlagen. Die E-Control geht davon aus, dass bis 2030 jährlich rund 100.000 Zählpunkte hinzukommen müssen.

Künftig sollen alle Netzbetreiber ihren Kunden den Zugang zum Online-Portal gewähren. Damit könnten die Kundinnen und Kunden wie bereits bei einzelnen Netzanbietern bei jedem Anbieter den Antrag für den Netzzutritt und Netzzugang selber stellen und nicht nur ein bevollmächtigter Elektriker.

Der Netzbetreiber muss vor der Errichtung der Anlage eine sogenannte Netzanschlussbeurteilung durchführen, um eine Überlastung des Netzes zu verhindern. Mit einer Standardisierung sollte dieser Prozess künftig einheitlich – und innerhalb von maximal 14 Tagen – durchgeführt werden. Derzeit gebe es hier Wartezeiten von bis zu 40 Tagen.

Im Rahmen des Betriebserlaubnisverfahrens soll festgestellt werden, ob die Komponenten der Anlage den technischen Anforderungen entsprechen. Dies betrifft etwa die Wechselrichter. Mit einer entsprechenden Wechselrichterliste, die laufend aktualisiert wird, ist nicht mehr in jedem Einzelfall die Konformität des Wechselrichters zu prüfen. Scheint ein Wechselrichter in der Liste auf, entfällt dafür der Prüfbericht.

Für jede PV-Anlage brauche es eine Zählpunktbezeichnung, die innerhalb von 14 Tagen bekanntgegeben werden müsse. Die E-Control werde ein engmaschiges Monitoring durchführen, um hier die Entwicklung bei den Netzbetreibern verfolgen zu können. Aber auch der Einbau von Smart Meter müsse zügig vorangehen, so Haber.

Bei fehlenden Netzkapazitäten soll den Kundinnen und Kunden zumindest ein gedrosselter Netzzugang oder ein alternativer Zählpunkt angeboten werden, bis das Netz entsprechend ausgebaut wurde.

Ein weiterer Punkt des Aktionsplanes: Verteilernetzbetreiber ab einer gewissen Größe werden verpflichtet, alle zwei Jahre einen Netzentwicklungsplan mit den geplanten Investitionen und Ausbauplänen vorzulegen. Zudem müssten die Netzbetreiber die verfügbaren Netzkapazitäten je Umspannwerk veröffentlichen.

PV-Anlagen unterschiedlicher Eigentümer seien unabhängig voneinander zu betrachten, um eine Benachteiligung von später anzuschließenden Anlagen zu verhindern.

APA/Red.

Beitrag teilen

Facebook
Twitter
LinkedIn
Telegram
WhatsApp
Email

Aktuelle Augabe

Nach oben scrollen
Cookie Consent mit Real Cookie Banner