Fernwärmepreise in OÖ: Einigung auf 8 Prozent Steigerung

Sprünge von bis zu 70 Prozent waren im Raum gestanden - Kaineder: Dekarbonisierung erleichtert eww die Preisgestaltung

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Check-List Redaktion

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Die Steigerung der Fernwärmepreise wird in OÖ von den großen Versorgern mit 8 Prozent freiwillig gedeckelt. Man liege damit knapp unter der Inflation, gab Konsumentenschutzlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) am Montag nach der Sitzung der Preiskommission bekannt. Die Pläne der Konzerne hatten bis zu 70 Prozent vorgesehen, das Berechnungsmodell der vergangenen Jahre sogar Steigerungen von bis zu 106 Prozent. Nach längeren Verhandlungen sind es nun 8 Prozent ab 1. August.

Zum Hintergrund: Aufgrund eines Bescheides von 1985 wurde die Regelungskompetenz für Preiserhöhungen für die drei großen Fernwärmeversorger Energie AG Oberösterreich, Linz AG und eww (Wels) vom Bund an das Land Oberösterreich übertragen. Die Unternehmen beantragen die maximalen Abgabepreise und das Land befasst die Preiskommission (AKOÖ, WKOÖ, Energiebeauftragter Land OÖ) damit, die den zuständigen Landesrat – in diesem Fall Kaineder – berät. Der Landesrat entscheidet dann, ob er die Anträge genehmigt.

Das mathematische Modell, das der Berechnung in den vergangenen Jahrzehnten zugrunde lag, hätte heuer aufgrund der Verwerfungen am Energiemarkt Steigerungen von bis zu 106 Prozent ergeben zugrunde, so Kaineder. Linz AG und Energie AG hatten zunächst Erhöhungen von 18 (Linz AG) bzw. 70 Prozent (Energie AG) beantragt. Kaineder drohte mit einer Blockade. Nach – dem Vernehmen nach recht zähen – Verhandlungen hat man sich nun aber geeinigt und die Konzerne haben alle 8 Prozent beantragt. Das sei “volkswirtschaftlich vertretbar”, so Kaineder.

Dass das eww von Beginn an nur einen Antrag im Bereich der Inflation gestellt hatte, liege daran, dass das Unternehmen vor einigen Jahren den Gasverbrauch zurückgefahren und stattdessen auf Abwärme aus der Müllverbrennung gesetzt habe. Nun zeige sich: “Dekarbonisierung lohnt sich”, so Kaineder. Auch eww selbst rechnete am Montag vor, dass der Fernwärme in den vergangenen Jahren deutlich grüner geworden sei: Langjährige eww-Fernwärme-Kunden hätten ihren CO2-Fußabdruck in den vergangenen 10 Jahren um fast 60 Prozent gesenkt. Jene Haushalte, die im Zuge Fernwärme-Offensive der vergangenen Jahre von Gas auf Fernwärme gewechselt sind, würden heute um 81 Prozent weniger CO2 emittieren als noch 2012. In den nächsten 10 Jahren sollen demnach pro Jahr 1.000 Welserinnen und Welser auf Fernwärme umsteigen können.

Nicht umfasst von dem Regulativ der großen Anbieter und der nun erzielten Einigung sind kleine Versorger, hier könnten höhere Steigerungen drohen. Das mathematische Berechnungsmodell, das heuer so große Preissprünge ergeben hätte, soll überarbeitet werden.

APA/Red.

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