Rom und Berlin unterstützen Wasserstoffkorridor

Bis 2030 soll Österreich mit grünem Wasserstoff aus Nordafrika versorgt werde.

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Check-List Redaktion

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Italien und Deutschland unterstützen das vom italienischen Gasbetreiber SNAM vorangetriebene Projekt “SoutH2 Corridor”, mit dem auch Österreich spätestens bis 2030 mit grünem Wasserstoff aus Nordafrika versorgt werden soll. Die Trasse “South H2 Corridor”, die durch ein Konsortium aus fünf Firmen betrieben wird, soll von Tunesien und Algerien über Italien und Österreich bis nach Bayern verlaufen.

“Im Energiebereich sind wir uns einig, dass es sehr wichtig ist, die Diversifizierung unserer Versorgungsquellen sicherzustellen und an einer verbindenden Infrastruktur zu arbeiten, insbesondere im Mittelmeerraum. In diesem Bereich arbeiten wir mit der EU-Kommission zusammen, zum Beispiel bei der Unterstützung des SoutH2-Korridorprojekts, das die grünen Wasserstoffströme Italiens, Deutschlands und Österreichs in Zukunft miteinander verbinden wird”, sagte die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in einer gemeinsamen Erklärung mit dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz am Ende eines Treffens im Regierungssitz in Rom. Meloni betonte, dass dies “sehr wichtige strategische Herausforderungen” seien.

Der Korridor mit der Bezeichnung SoutH2 sieht 3.300 Kilometer Wasserstoffpipelines vor und soll Nordafrika, Italien, Österreich und Deutschland miteinander verbinden, sodass die im südlichen Mittelmeerraum erzeugten erneuerbaren Wasserstofflieferungen die wichtigsten europäischen Nachfragezentren erreichen könnten. Mit einer Kapazität von mehr als 4 Millionen Tonnen pro Jahr aus Nordafrika dürfte die Infrastruktur eine Versorgung von etwa 40 Prozent der Importziele des europäischen REPowerEu-Plans ermöglichen.

Über die Verbindung könnte Italien pro Jahr 4,4 Megatonnen Wasserstoff aus Nordafrika importieren. 1,7 Megatonnen davon sind laut dem Unternehmen für den Export nach Österreich und Deutschland bestimmt. Damit würde der geplante Korridor einen großen Teil des europäischen Bedarfs abdecken. Für das Jahr 2030 hat sich die EU-Kommission zum Ziel gesetzt, rund zehn Megatonnen grünen Wasserstoff einzuführen.

SNAM hatte 2016 zusammen mit Allianz Capital Partners das 49-prozentige GCA-Paket um 601 Mio. Euro erworben. Die Gas Connect Austria betreibt ein über 900 km langes Erdgas-Hochdruckleitungsnetz in Österreich. SNAM ist in Österreich mit 84,47 Prozent Mehrheitseigentümer der Trans Austria Gasleitung GmbH (TAG), 15,53 Prozent gehören der GCA. Die TAG ist eine der wichtigsten Transportleitungen für die Erdgasversorgung Österreichs, Italiens, Sloweniens und Kroatiens.

APA/Red.

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