Wohin mit dem Energiewende-Müll?

Bis 2050 müssen in Österreich 64.000 Tonnen PV-Module recycelt werden

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Check-List Redaktion

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Auch die nagelneuen Produkte der Energie- und Mobilitätswende werden irgendwann zu Abfall und müssen entsorgt oder recycelt werden. Das bereitet der Abfallwirtschaft Kopfzerbrechen, denn für diesen künftigen Müll gibt es teilweise noch keine Recyclingverfahren. Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) rechnet mit rund 64.000 Tonnen PV-Modulen bis 2050 und 918.000 Tonnen alten Windrädern bis 2068.

Zwar ist es technisch bereits möglich, alte Photovoltaikmodule zu recyceln und die Wertstoffe wiederzuverwenden. „Mit der Energiewende stehen wir jedoch vor neuen Dimensionen, die aus heutiger Sicht noch schwer abschätzbar sind”, teilte Roland Pomberger, Professor an der Montanuniversität Leoben, in einer Aussendung mit.

Die durchschnittliche Lebensdauer eines PV-Moduls beträgt 20 bis 30 Jahre. Allerdings kommt es vor, dass Anlagen durch Umweltkatastrophen vorzeitig beschädigt werden und früher als geplant zu Müll werden. Die größte Abfallmenge aus PV-Anlagen wird für 2074 erwartet: Der PV-Müllberg wird dann 106.000 Tonnen schwer sein.

Auch Windkraftanlagen werden künftig mehr Abfall produzieren als bisher. Das größte Müllvolumen wird im Jahr 2068 mit 918.000 Tonnen erwartet. Die meisten Materialien können laut Pomberger zwar bereits recycelt werden, Probleme machen jedoch Rotorblätter aus einem widerstandsfähigen Materialmix. „Für die Verwertung gibt es bisher noch keine etablierten Lösungen”, erklärt Pomberger.

Auch für Lithium-Ionen-Batterien muss noch eine Lösung gefunden werden. Ihre Zahl nimmt zwar wegen der Mobilitätswende stark zu, in Österreich fehlt bislang jedoch noch eine eigene Recyclinganlage für solche Batterien. Bisher werden sie in Nachbarländern wie Deutschland recycelt. Künftig wird wohl auch Österreich eine eigene Anlage dafür brauchen. 

Ein besonderer Dorn im Auge sind dem Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe E-Zigaretten, da sie oft im Restmüll entsorgt werden. Da sie sich sehr leicht entzünden und Explosionen oder Brände auslösen können, setzt sich der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe für ein Verbot der E-Zigaretten ein. 

APA/red

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