IEA – Gasmarkt bleibt angespannt

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Check-List Redaktion

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Russische Lieferungen ungewiss – EU bekommt nur mehr 10 Prozent seines Gasbedarfs aus Russland

Der Gasverbrauch in Europa ist zwar dank warmem Wetter und Sparma├čnahmen stark zur├╝ckgegangen und die Speicher sind ziemlich voll. Das gebe Anlass zu “vorsichtigem Optimismus” schreibt die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem Quartalsbericht zum Gasmarkt. Dennoch bleibe die Versorgung im Jahr 2023 unsicher und angespannt. Europa brauche weitere Ma├čnahmen, um Risiken f├╝r den Gasmarkt abzuwehren, die rasch wieder zu Spannungen und steigenden Preisen f├╝hren k├Ânnten.

Vor allem die Gaslieferungen Russlands nach Europa seien nicht absch├Ątzbar. Denn die weltweite Produktion von Fl├╝ssiggas (LNG) d├╝rfte nur um vier Prozent steigen – zu wenig, um den erwarteten R├╝ckgang bei russischen Gaslieferungen ├╝ber Pipelines zu kompensieren. Denn diese d├╝rften 2023 im Vergleich zum ersten Kriegsjahr 2022 um weitere 45 Prozent fallen, erwartet die IEA. Schon im abgelaufenen Winter 2022/23 habe es einen R├╝ckgang russischer Gaslieferungen an die EU um 80 Prozent im Jahresvergleich gegeben. Nur mehr 10 Prozent des Gasbedarfs in der EU kommen nun aus Russland. Unklar ist, ob Russland den Gashahn noch weiter zudreht.

Rund zwei Drittel aller Gasimporte nach Europa werden daher auf Fl├╝ssiggas entfallen – die H├Ąlfte davon aus den USA, erwartet die IEA. Dabei d├╝rfte es vor allem aus Asien und dem Pazifikraum Konkurrenz f├╝r Europas Gashunger geben.

Die aktuellen Sch├Ątzungen gehen davon aus, dass der weltweite Gasverbrauch 2022 um nur 1,5 Prozent zur├╝ckgegangen ist. Das entspreche dem R├╝ckgang zu Beginn der Corona-Krise 2020. Die aktuelle Verringerung fand vor allem in Europa und Asien statt. Der Umstieg auf erneuerbare Energietr├Ąger trug zwar auch zur Absenkung des Gasverbrauchs bei der Stromproduktion bei – es gab wegen der hohen Gaspreise aber auch ein Ausweichen auf Kohlestrom.

Der Gasverbrauch der Haushalte sei auch durch das warme Wetter abgesunken – dieses trug aber nur 40 Prozent zur Einsparung bei. Der Umstieg auf Biomasse, W├Ąrmepumpen oder andere Heizmittel wie auch Verhaltens├Ąnderungen haben stark beigetragen. Vermutlich aber wurde nicht das ganze Gas ersetzt oder freiwillig eingespart: Schon 2021 konnten 6,9 Prozent der Menschen in der EU ihre Wohnung nicht heizen – dieser Anteil d├╝rfte im Winter 2022/23 massiv gestiegen sein, vermutet die IEA. Zahlen dazu l├Ągen noch nicht vor.

APA/Red.

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