Verhandlungsstau in Plastik-Politik

Knackpunkt sei unter anderem der Startpunkt des Lebenszyklus von Plastik

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Check-List Redaktion

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Zum Ende der wohl vorletzten Verhandlungsrunde √ľber ein globales Abkommen gegen Plastikverschmutzung ist eine schnelle Einigung nicht in Sicht. Es sei w√ľnschenswert, wenn es bis zur letzten Runde Ende November bis Anfang Dezember im s√ľdkoreanischen Busan weitere Verhandlungen geben k√∂nnte, verlautete am Montag aus Verhandlungskreisen im kanadischen Ottawa.

Mit dieser zus√§tzlichen Zeit k√∂nnten die vielen verschiedenen Vorschl√§ge in einem m√ľhsamen Prozess in den Vertragstext eingearbeitet werden. 

Auch sei es m√∂glich, dass der ecuadorianische Vorsitz ein Mandat bekomme, um den Text mit einer gewissen Autonomie selbst weiterzuentwickeln. Dar√ľber werde zum Ende des Treffens in der Nacht auf Dienstag MESZ entschieden. Knackpunkte seien dabei unter anderem, wo der Startpunkt des Lebenszyklus von Plastik festgelegt werden soll: bei der Herstellung von Polymeren oder erst sp√§ter beim Produkt selbst. Auch sei umstritten, wie oder inwiefern Plastikprodukten zugesetzte Chemikalien im Abkommen ber√ľcksichtigt werden sollen.

In Ottawa waren vergangene Woche Delegierte aus mehr als 170 L√§ndern zu den sogenannten INC-4-Verhandlungen zusammengekommen. Bis Ende des Jahres wollen die Vereinten Nationen eine Konvention erarbeiten, die die Verschmutzung durch Plastik bis 2040 massiv eind√§mmen soll. Dabei unterst√ľtzt eine Mehrheit von Staaten ehrgeizige und rechtsverbindliche Regeln, w√§hrend etwa um die 15 L√§nder einem Abkommen kritisch gegen√ľberstehen.

Nach UN-Angaben wurden seit den 1950er-Jahren 9,2 Milliarden Tonnen Plastik produziert ‚Äď das entspricht in etwa dem Gewicht von 910.000 Eiffelt√ľrmen. Der √ľberw√§ltigende Teil des Plastiks ende als Abfall auf Deponien oder in der¬†Umwelt. Die allermeisten Kunststoffe bauen sich biologisch nicht ab. Das Material verbleibe oft in riesigen M√ľllstrudeln in den Weltmeeren.

F√ľr Lisa Tamina Panhuber von Greenpeace √Ėsterreich ist das Ergebnis in Ottawa ist ein entt√§uschender Minimalkompromiss. ‚ÄěEin Lichtblick ist, dass die Reduktion der Plastikproduktion weiterhin als Option auf dem Tisch liegt.‚Äú Die Staaten d√ľrften jetzt keine Zeit mehr mit Scheinl√∂sungen verschwenden, die das Problem weiter verschlimmern w√ľrden.

APA/Red.

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