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Österreichs Flüsse werden geopfert

Nur noch 14 Prozent von Österreichs Flüssen gelten als ökologisch intakt. Gleichzeitig fehlt Tausenden Kilometern ein verbindlicher Schutz.

red04 11:35 Uhr 2 Min. Lesezeit
In 57 Prozent der untersuchten Restwasserstrecken wird laut Report die ökologisch notwendige Mindestwassermenge nicht erreicht.
In 57 Prozent der untersuchten Restwasserstrecken wird laut Report die ökologisch notwendige Mindestwassermenge nicht erreicht. © Adobe Stock

Österreichs Flüsse sind vielerorts verbaut, reguliert oder durch Kraftwerke verändert. Auch jene Abschnitte, die ökologisch noch besonders wertvoll sind, könnten künftig für neue Anlagen genutzt werden. Ein neuer Report des WWF zeigt, dass rund 9.700 Flusskilometer nicht ausreichend vor weiteren Wasserkraftprojekten geschützt sind.

Für den Anfang November veröffentlichten Flüssereport 2026 untersuchte der WWF rund 32.400 Flusskilometer. Nur 14 Prozent der österreichischen Flüsse gelten noch als ökologisch intakt. Rund 12.600 Kilometer stuft die Organisation als ökologisch besonders wertvoll ein. Für 77 Prozent dieser Strecken fehlt allerdings ein verbindlicher Schutz vor einem weiteren Wasserkraftausbau.

Selbst Renaturierungen sind gefährdet

Besonders widersprüchlich ist die Situation bei Flüssen, die eigentlich wieder in einen natürlicheren Zustand gebracht werden sollen. Rund 1.900 Kilometer sind im nationalen Renaturierungsplan vorgesehen. Für 76 Prozent dieser Strecken besteht laut WWF jedoch kein ausreichender Schutz vor neuen Kraftwerksprojekten.

In Kärnten und Vorarlberg ist die Lage besonders problematisch. Dort sind jeweils mehr als 90 Prozent der ökologisch wertvollen Flussstrecken nicht ausreichend geschützt. Zu den konkreten Konfliktfällen zählt der WWF unter anderem die Lieser, den Namlosbach, die Schwarze Sulm und die Saalach.

Zu wenig Wasser, versperrte Wege

Auch bestehende Wasserkraftanlagen beeinträchtigen die Gewässer. In 57 Prozent der untersuchten Restwasserstrecken wird laut Report die ökologisch notwendige Mindestwassermenge nicht erreicht. Zudem sind 77 Prozent der untersuchten Wehre und Querbauwerke mit Wasserkraftnutzung für Fische nicht passierbar.

Für Arten wie Huchen und Äsche werden dadurch wichtige Wanderwege unterbrochen. Bei niedrigen Wasserständen und hohen Temperaturen verschlechtern sich die Lebensbedingungen zusätzlich. Staudämme halten außerdem Kies und Schotter zurück, die für den natürlichen Aufbau von Flussbetten wichtig sind. Das kann auch den Grundwasserhaushalt in den umliegenden Gebieten verändern.

(red)

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