Airline findet Lösung für medizinische Notfälle

Eine mobile Telemedizinstation ermöglicht eine präzisere medizinische Versorgung an Bord von Emirates.

17.03.2025 11:31
Redaktion
© Emirates
Emirates und Parsys Telemedicine entwickelten Telemedizinstation

In der Luft zählt jede Sekunde. Ob Herzprobleme, plötzliche Ohnmacht oder allergische Reaktionen – medizinische Notfälle während eines Fluges stellen eine große Herausforderung dar. Emirates hat daher gemeinsam mit Parsys Telemedicine eine bahnbrechende Lösung entwickelt: eine mobile Telemedizinstation, die eine präzisere und schnellere medizinische Versorgung an Bord ermöglicht.

Neue Maßstäbe für die Bordmedizin

Mit einer Investition von über 2,4 Millionen US-Dollar wird das neue Telemedizin-Kit in den kommenden Jahren in 300 Emirates-Flugzeugen eingeführt. Dieses tragbare System erlaubt eine Echtzeit-Fernbeurteilung von Patientinnen und Patienten durch hochauflösende Videokonferenzen, sichere Datenübertragungen und die Erfassung wichtiger Vitalparameter. Das Ziel ist klar: Leben retten, bevor das Flugzeug überhaupt landet.

Die Technologie besteht aus zwei Komponenten – dem Parsys-Telemedizin-Kit und der Parsys-Cloud. Ausgestattet mit einem Pulsoximeter, Thermometer, Blutdruck- und Blutzuckermessgerät sowie einem Elektrokardiogramm (EKG), überträgt das System Messwerte per Bluetooth an das MedCapture©-Tablet. Dies erleichtert die Arbeit der Flugbegleiter, die keine Messwerte mehr manuell notieren müssen.

Direkte Verbindung zu Bodenspezialisten

Das Besondere an dieser neuen Technologie ist die Vernetzung mit einem 24/7 erreichbaren Bodenteam medizinischer Fachkräfte in Dubai. Diese Experten erhalten in Echtzeit die gesammelten Patientendaten und können der Crew detaillierte Anweisungen geben. Falls notwendig, kann bereits während des Fluges entschieden werden, ob eine medizinische Notlandung erforderlich ist.

Die Crew als erste Rettungslinie

Technologie allein reicht nicht aus – die Crew muss wissen, wie sie in kritischen Situationen handelt. Deshalb absolviert jede neue Emirates-Crew ein achtwöchiges „Ab-initio“-Training, das eine umfassende Schulung in Erster Hilfe beinhaltet. Jährliche Notfalltrainings sorgen dafür, dass die Besatzung für verschiedenste medizinische Zwischenfälle gerüstet bleibt. Dazu gehören unter anderem Herz-Lungen-Wiederbelebung, der Umgang mit Defibrillatoren und Geburtshilfe.

Die neue Telemedizinstation wird künftig ein fester Bestandteil dieser Schulung sein. Dadurch können Flugbegleiter noch schneller und präziser reagieren – eine wesentliche Verbesserung gegenüber der bisherigen Notfallversorgung, die sich oft auf medizinische Bordkits und die Anwesenheit zufällig mitreisender Ärzte stützte. Mit dieser technologischen Neuerung setzt Emirates neue Impulse in der Luftfahrt.

(PA/red)

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