Drei neue Windräder für Andlersdorf
Durch den Zuwachs werden schon bald rund 16.000 Haushalte von sauberem Strom profitieren können.

Mit dem einstimmigen Beschluss der Landesregierung zur Erweiterung des bestehenden Windparks Andlersdorf setzt Niederösterreich einen weiteren Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit. Die drei neu geplanten Windräder sollen künftig rund 16.000 Haushalte mit Ökostrom versorgen – und das ganzjährig, klimafreundlich und dezentral. Die Anlagen stammen vom Projektentwickler ImWind, der vor Ort bereits elf Windräder mit rund 37 Megawatt betreibt.
Ökostrom gegen Klimakrise
Die neuen Windkraftanlagen sollen voraussichtlich nach Fertigstellung des Umspannwerks Deutsch Wagram ans Netz gehen. Die Umweltverträglichkeitsprüfung wurde bereits abgeschlossen und positiv bewertet. In Summe wird die installierte Leistung am Standort Andlersdorf damit auf knapp 60 Megawatt steigen. Zum Vergleich: Ein Megawatt sauber erzeugter Windstrom kann jährlich im Schnitt etwa 800 bis 1.000 Haushalte versorgen – je nach Verbrauch und Windverhältnissen. Der Zubau von 20,4 MW deckt somit realistisch den Bedarf von 16.000 Haushalten und spart dabei jährlich mehrere tausend Tonnen CO₂ ein.
Gefahren für Vögel
Der Ausbau der Windkraft bleibt politisch und gesellschaftlich nicht unumstritten. Kritiker führen unter anderem Gefahren für Zugvögel an. Studien zeigen jedoch, dass Windräder in Österreich kein Hauptfaktor für den Rückgang von Vogelpopulationen sind. Kollisionen kommen vor, betreffen jedoch vergleichsweise wenige Individuen. Deutlich größere Gefahren für Zugvögel gehen laut Umweltbundesamt von Lebensraumverlust, intensiver Landwirtschaft, Glasfassaden, Verkehr und Klimawandel aus. Moderne Windparks berücksichtigen mittlerweile Zugkorridore, Brutzeiten und Schutzräume bereits in der Planungsphase.
Mit dem Projekt Andlersdorf II setzt Niederösterreich seine Linie fort, Ökostromproduktion, Wirtschaftswachstum und Umweltschutz intelligent zu verzahnen. Seit 2005 sind die CO₂-Emissionen im Bundesland um 37 Prozent gesunken, während das Bruttoregionalprodukt um fast 30 Prozent wuchs. Rund 50.000 Menschen arbeiten heute in sogenannten Green Jobs – Tendenz steigend.
(PA/red)