Erdbeben in Deutschland – Erdgasförderung mögliche Ursache

Die Erdgasförderung in Deutschland soll Spannungen im tiefen Untergrund verursacht haben, die zur Erschütterung der Erdoberfläche führten.

02.04.2025 14:00
red04
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Die Erdgasförderung ist umstritten.

Am Dienstag, dem 1. April 2025, registrierte das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Niedersachsen ein Erdbeben mit einer Magnitude von 3,2 in der Region zwischen Oldenburg und Cloppenburg. Das Beben war das bisher stärkste in dieser Gegend und ereignete sich in der Nähe von zwei Erdgasfeldern, bei denen seit Jahrzehnten Erdgas gefördert wird.

Erdgasförderung und ihre geologischen Auswirkungen

Laut dem LBEG wurde das Erdbeben gegen 13:33 Uhr registriert und war in einem Umkreis von 15 Kilometern deutlich spürbar. Erste Berichte von betroffenen Bürgern sprechen von leichten Sachschäden, und die Behörde bittet Anwohner, die das Erdbeben erlebt haben, einen Fragebogen auszufüllen, um das Epizentrum und die Auswirkungen genauer zu bestimmen. Experten gehen davon aus, dass das Erdbeben durch das Förderunternehmen ExxonMobil ausgelöst wurde, welches bei Hengstlage seit den 1960er Jahren Erdgas fördert. Die Förderung von Erdgas aus tiefen geologischen Schichten führt zu Spannungen im Untergrund, die sich über Zeit aufbauen. Wenn diese Spannungen plötzlich und impulsartig abgebaut werden, können Erschütterungen an der Erdoberfläche auftreten – das sogenannte „induzierte Erdbeben“. Insbesondere in Niedersachsen sind die wiederkehrenden Beben, die oft in Zusammenhang mit dieser Praxis stehen, auffällig. Solche Beben sind nicht nur geologisch relevant, sondern auch ein Thema von wachsendem öffentlichen Interesse. Obwohl die meisten dieser Erschütterungen relativ schwach sind, können sie in dicht besiedelten Gebieten wie Wardenburg, wo die Bevölkerung direkt betroffen ist, Bedenken auslösen. Das Unternehmen ExxonMobil ist der Ansprechpartner für alle betroffenen Bürger, die durch das Beben Schäden an ihren Gebäuden erlitten haben.

Vergangene Erdbeben und deren Auswirkungen

Das Erdbeben in Wardenburg ist nicht das erste seiner Art in der Region. Bereits im Jahr 2024 wurde in der Nähe von Syke im Landkreis Diepholz ein Beben mit einer Magnitude von 3,6 gemessen. Das bisher stärkste Erdbeben in Niedersachsen ereignete sich 2004 in Rotenburg/Wümme und erreichte eine Magnitude von 4,5. Schon ein Beben ab 1,9 bis 2,0 für den Menschen wahrnehmbar. Obwohl solche Beben relativ selten sind, haben sie das Potenzial, größere Schäden zu verursachen und das Vertrauen in die Praxis der Erdgasförderung zu erschüttern. In einer Zeit, in der die Nachfrage nach nachhaltiger Energie und umweltfreundlicheren Alternativen wächst, wird die Diskussion über die Umwelt- und Sicherheitsrisiken der Erdgasförderung immer lauter.

Nachhaltigkeit und die Zukunft der Energieversorgung

Die Ereignisse in Wardenburg werfen auch wichtige Fragen hinsichtlich der Zukunft der Energieversorgung auf. In Zeiten, in denen der Klimawandel zunehmend die Politik und Wirtschaft bestimmt, wird die Bedeutung von erneuerbaren Energien und die Reduktion fossiler Brennstoffe immer dringlicher. Die anhaltenden Beben in Gebieten der Erdgasförderung sollten als Warnsignal verstanden werden – nicht nur für die geologischen Risiken, sondern auch für die Notwendigkeit einer zügigen Energiewende. Es ist entscheidend, dass Regierungen und Unternehmen verstärkt in die Erforschung und Nutzung erneuerbarer Energiequellen investieren. Diese Quellen könnten langfristig nicht nur zur Vermeidung von Erdbeben beitragen, sondern auch den CO2-Ausstoß signifikant verringern und die Umwelt für zukünftige Generationen schützen.

(red)

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