EVN stellt Photovoltaik-Einspeisetarife um

Je mehr Sonnenstrom am Markt vorhanden ist, desto geringer fällt der Strompreis für Einspeiser aus.

03.03.2025 15:20
Redaktion
© Adobe
Keine Preisgarantie bei flexible Einspeisetarifen.

Die EVN folgt dem Trend vieler Energieversorger und führt flexible Einspeisetarife für Photovoltaik-Anlagen ein. Mit dem neuen Modell „SonnenStromMonat“ ersetzt der niederösterreichische Energieanbieter ab dem 30. April 2025 die bisherigen fixen Vergütungen durch eine marktbasierte Bepreisung. Die Vergütung für eingespeisten Strom wird dabei monatlich an den Österreichischen Strompreisindex (ÖSPI) angepasst, der sich an Marktpreisen der europäischen Stromhandelsbörse EEX orientiert.

Warum die Umstellung?

Die bisherige Praxis der EVN, die Einspeisevergütung an den Bezugstarif zu koppeln, war über viele Jahre eine verlässliche Grundlage für PV-Anlagenbetreiber. Doch die Marktdynamik hat sich verändert. „Die Werte für den eingespeisten Sonnenstrom und für den bezogenen Strom zu anderen Zeiten klaffen immer deutlicher auseinander“, begründet EVN-Sprecher Stefan Zach die Umstellung.

Das bedeutet: Solarstrom wird tagsüber oft in großen Mengen erzeugt, wodurch der Marktpreis sinkt, während der Strombezug am Abend oder in der Nacht teurer ist. Diese Differenz will die EVN mit einer marktorientierten Vergütung besser abbilden.

Wer ist betroffen?

Von den insgesamt 120.000 PV-Anlagen, die Strom in das Netz der EVN-Tochter Netz NÖ einspeisen, sind bereits mehr als 30.000 Kunden auf das neue Modell umgestiegen. In den nächsten Wochen sollen weitere 40.000 Anlagenbetreiber informiert werden, deren alte 1:1-Vergütung ausläuft.

Was bedeutet das für PV-Anlagenbetreiber?

Die Umstellung auf eine flexible Vergütung ist alternativlos. Wer bisher eine fixe Einspeisevergütung hatte, konnte mit stabilen Erträgen rechnen. Mit den neuen marktbasierten Tarifen können die Einnahmen jedoch stärker schwanken – je nach Marktpreis für Strom.

EVN empfiehlt daher, den Eigenverbrauch zu optimieren. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde muss nicht teuer aus dem Netz bezogen werden. Speicherlösungen werden dabei immer wichtiger: Wer sich für das neue Tarifmodell entscheidet, kann einen 300-Euro-Gutschein für einen Batteriespeicher erhalten.

Flexible Einspeisetarife

EVN ist nicht das einzige Unternehmen, das auf flexible Tarife setzt. Erst in der vergangenen Woche kündigte der teilstaatliche Energieversorger Verbund an, 12.000 Einspeiseverträge zu kündigen und auf sogenannte Floater-Verträge umzustellen. Damit folgt man einer Entwicklung, die bereits in mehreren europäischen Ländern zu beobachten ist: Dynamische Einspeisetarife werden zum neuen Standard.

Lohnt sich der Umstieg?

Die Einführung flexibler Einspeisetarife bedeutet einen Paradigmenwechsel für PV-Anlagenbetreiber. Während fixe Vergütungen bisher Sicherheit boten, müssen sich Produzenten von Solarstrom nun stärker am Markt orientieren. Langfristig könnte diese Entwicklung dazu führen, dass Eigenverbrauch und Speichersysteme weiter an Bedeutung gewinnen. Ob sich die Investitionen dafür lohnen, bleibt abzuwarten.

(APA/red)

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