In Liebenfels werden bald jährlich Solarpaneele mit 400 MW gefertigt

Eine der aktuell größten Produktionsstellen in Europa entsteht - Sechs Mio. Euro Investitionen - Mitarbeiterzahl steigt auf 120

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Check-List Redaktion

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Energetica Industries will in Liebenfels in Kärnten ab 2024 jährlich Solarpaneele mit einer Leistung von 400 Megawatt produzieren. Dazu wird die Produktion vervierfacht und modernisiert und von Drei- auf Vier-Schicht-Betrieb umgestellt. Sechs Mio. Euro werden investiert, wie Geschäftsführer Clemens Aigner am Montag zur APA sagte. Die RLB Oberösterreich übernimmt die Hälfte am Unternehmen, die andere Hälfte bleibt bei Irma Investments.

Rein über den Preis könne eine PV-Produktion in Österreich “mit 08/15-Modulen” nicht mit Billigimporten aus China konkurrieren, räumt Aigner ein, auch wenn manche Käufer gezielt europäische Erzeugnisse suchten. Aber die Energetica biete zwei Spezialmodule an: Das eine sei besonders widerstandsfähig gegen Hagel, das andere halte einen massiven Druck aus – insbesondere Schneedruck. Beides sei angesichts des Klimawandels noch mehr gefragt als je zuvor, sagt Aigner. Unwetter würden häufiger und heftiger und der Schneedruck entstehe nicht so sehr durch hohe Pulverschneemengen in einem kalten Winter als besonders bei rund um Null Grad schwankenden Temperaturen, wo Regen auf Altschnee falle und wieder friere.

Energetica Power war Ende 2021 zahlungsunfähig geworden und wurde 2022 von Irma Power übernommen, seither läuft die Sanierung. “Inzwischen haben wir das Unternehmen neu aufgestellt und die Stabilität der Produktionsanlagen in den Griff bekommen”, so Aigner. Damit sei der Grundstein für den weiteren Ausbau, gelegt. Er sei “sehr happy, dass wir das mit der Beteiligungsholding machen können”.

Energetica tüftelt auch an neuen Produkten. Demnächst werde “ein gerade erst patentiertes, beliebig skalierbares Solar-Carport, das vor allem ohne zusätzliches Fundament auf bestehenden Parkflächen montierbar ist”, vorgestellt, so Geschäftsführer Martin Kurschel laut Aussendung. Noch nicht patentiert, aber in der Entwicklung schon sehr weit gediehen, sei ein Modul mit einer “Enteisungs- und Schneefreitechnik”, wodurch die Solarzellen deutlich weniger von Temperaturschwankungen beansprucht werden sollen, so Aigner. Dieses soll nächstes Jahr auf den Markt kommen.

Für solche zusätzlichen Qualitäten seien Kunden durchaus bereit etwas mehr zu zahlen – wobei laut Aigner die Mehrkosten für hagelsichere Solarmodule für ein Einfamilienhaus unter 1.000 Euro liegen. Zuletzt hat Energetica rund 60 Prozent der Produktion exportiert, der Anteil dürfte wohl steigen. Im europäischen Kontext wird Energetica ein größerer Hersteller sein, aber “die Gigafabriken stehen in China”, so Aigner. Und mit massiver Förderung sollen auch in Europa, etwa in Frankreich, Gigafabriken entstehen. Die EU sieht in ihrem Solar-Ausbauplan bis 2030 in Europa Produktionskapazitäten von 50 Gigawatt vor.

Derzeit beschäftigt Energetica rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, künftig sollen es etwa 120 sein. Dank Automatisierung der Prozesse werden pro Schicht weniger Menschen gebraucht. Aigner ist zuversichtlich, dass genug qualifizierte Beschäftigte gefunden werden. Der Großteil der nötigen Energie stamme aus einem 2,6-Megawatt-PV-Kraftwerk am Werksgelände mit eigenen Paneelen.

APA/Red.

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