Touristen retten Korallen am Great Barrier Reef
Das „Reef Recovery Day“-Projekt zeigt, wie auch Urlauber zur Bewahrung natürlicher Lebensräume beitragen können.

Am Great Barrier Reef wurde mit dem „Reef Recovery Day“ eine neue Initiative ins Leben gerufen, die Tourismus und Naturschutz miteinander verbindet. Urlauber können einmal wöchentlich aktiv an der Restaurierung beschädigter Korallenriffe teilnehmen und erhalten dabei Einblicke in die ökologische Arbeit indigener Gemeinschaften. Ziel des Projekts ist es, die Lebensgrundlage eines der weltweit bedeutendsten Ökosysteme zu sichern – ein Ansatz, der Umweltschutz, Wissenschaft und Tourismus miteinander verknüpft.
Korallenrettung mit Stahlkonstruktionen
Im Mittelpunkt der Initiative steht das Mars Assisted Reef Restoration System (MARRS), eine Methode, die von Mars Incorporated entwickelt wurde. Dabei werden sechseckige Stahlkonstruktionen, sogenannte Reef Stars, verwendet, um beschädigte Riffbereiche zu stabilisieren und das Wachstum von Korallen zu fördern. Die Konstruktionen sind mit Granulat und Sand beschichtet, sodass Korallenfragmente sicher befestigt werden können. Diese wachsen mit der Zeit mit der Struktur zusammen und bilden ein neues Riff.
Seit der ersten Installation am Great Barrier Reef im Jahr 2020 konnte eine Zunahme der Korallenbedeckung um 50 % innerhalb von 18 Monaten verzeichnet werden. Über 1.000 Reef Stars wurden bereits in Tropical North Queensland installiert, erstmals jetzt mit der aktiven Beteiligung von Touristen.

Engagement für den Naturschutz
Jeden Mittwoch können Urlauber während des „Reef Recovery Day“ gemeinsam mit Wissenschaftlern und den Yirrganydji Traditional Owners, den traditionellen Hütern dieses Meeresgebiets, am Hastings oder Norman Reef arbeiten. Neben praktischer Mitarbeit bietet das Programm kulturelle Einblicke in das über 60.000 Jahre alte ökologische Management der indigenen Bevölkerung.
Die ganztägigen Touren starten in Cairns und beinhalten neben der Mitarbeit am Riff auch Schnorcheln, eine Glasbodenboot-Tour sowie ein Mittagessen. Die Teilnahmegebühren fließen direkt in die Restaurierungsprojekte und fördern gleichzeitig das Bewusstsein für den Schutz des Great Barrier Reef.
Bedeutung des Reef-Projekts
Das Great Barrier Reef ist nicht nur ein UNESCO-Welterbe, sondern auch ein unverzichtbarer Lebensraum für unzählige Arten. Doch Zyklone, Klimawandel und Umweltverschmutzung setzen dem Riff stark zu. Die aktive Beteiligung von Touristen macht sie zu Botschaftern für den Naturschutz und verstärkt die globale Aufmerksamkeit für die Probleme dieses fragilen Ökosystems.
Nachhaltige Reisemodelle
Die Verbindung von Tourismus und Naturschutz, wie sie am Great Barrier Reef praktiziert wird, bietet ein Modell für nachhaltige Reisen. Initiativen wie der „Reef Recovery Day“ beweisen, dass Urlauber nicht nur passive Konsumenten sein müssen, sondern aktiv zum Erhalt der Natur beitragen können. Dies stärkt nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern sorgt auch für einen tiefen, nachhaltigen Eindruck bei den Teilnehmenden.
Mars Assisted Reef Restoration System
Die Methode wurde ursprünglich in Sulawesi, Indonesien, entwickelt und über ein Jahrzehnt hinweg getestet. Mars Incorporated, bekannt als Schokoladenhersteller, hat mit MARRS eine innovative Lösung geschaffen, die Wissenschaft und Technologie für den Umweltschutz vereint. Unterstützt wird das Projekt am Great Barrier Reef von Partnern wie MARS Sustainable Solutions, GBR Biology und der Reef Cooperative.
Natur bewahren für die Menschheit
Das „Reef Recovery Day“-Projekt zeigt, wie innovative Ansätze zur Bewahrung natürlicher Lebensräume beitragen können. Die aktive Integration von Touristen ist nicht nur eine Möglichkeit, Ressourcen zu mobilisieren, sondern auch ein effektives Instrument, um das Bewusstsein für den Schutz des Great Barrier Reef zu schärfen. Damit wird ein wichtiger Schritt unternommen, um die Natur – und damit auch die Zukunft der Menschheit – zu sichern.
(PA/red)