Transformator für Umspannwerk Matrei
Der Transformator für das neue Austrian Power Grid-Umspannwerk ist erfolgreich in Osttirol angekommen.

Am 1. April 2025 erhielt das APG-Umspannwerk in Matrei seine zentrale Komponente – einen 380/110-kV-Transformator, der aus dem Umspannwerk Südburgenland stammt. Der Transformator, auch als Umspanner bekannt, wurde am 31. März erfolgreich per Schwertransport an seinen neuen Standort geliefert.
Schlüsselprojekt für die Stromversorgung
Mit einer Leistung von 200 Megavoltampere (MVA) wird er ab Sommer 2025 das österreichweite Netz der Austrian Power Grid (APG) mit dem regionalen Verteilernetz von Tinetz verbinden. Diese Maßnahme verbessert nicht nur die Stromversorgung in Osttirol, sondern ermöglicht es auch, überschüssigen, vor Ort erzeugten Strom aus erneuerbaren Quellen effizient weiterzuleiten und in ganz Österreich zu verteilen. Der neue Transformator wird eine zentrale Rolle in der Stromversorgung Osttirols spielen. „Die Möglichkeit, innerhalb Österreichs erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien über weite Strecken zu transportieren, reduziert die Importabhängigkeit aus dem Ausland. Damit schaffen wir einen weiteren Beitrag zur sicheren Stromversorgung für das Iseltal, ganz Osttirol und Österreich insgesamt“, erklärt Wolfgang Ranninger, Manager der APG-Umspannwerksprojekte. Das Umspannwerk Matrei ist ein zukunftsweisendes Projekt, das in enger Zusammenarbeit zwischen Tinetz und APG geplant und umgesetzt wurde. Insgesamt flossen 46,5 Millionen Euro in die Errichtung des neuen Umspannwerks.
Transport eines „Riesen“
„Die Transformatoren der APG haben eine lange Lebensdauer von 40 bis 50 Jahren“, erklärt Ranninger. Deshalb könne es gelegentlich dazu kommen, dass diese ihren Standort wechseln. So kam es auch zu diesem außergewöhnlichen Transport. Im Sommer 2024 wurde im Burgenland ein neuer 380/110-kV-Transformator mit einer höheren Kapazität von 300 MVA installiert, während der ältere 200 MVA starke Transformator nach Matrei umgesiedelt wurde – eine Maßnahme, die sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus nachhaltigen Gründen sinnvoll ist. Bereits 2021 begannen die ersten Überlegungen zu diesem Schwertransport, dessen Durchführung eine präzise und detailgetreue Planung erforderte. Vom 28. bis 30. März wurde der Transformator zunächst per Bahn von Oberwart in Burgenland über St. Veit an der Glan und Dölsach nach Lienz transportiert, bevor er am 30. März die letzte Etappe über die Straße ins Umspannwerk Matrei antrat. Dieser Transportweg war aufgrund der enormen Größe des Transformators und der damit verbundenen logistischen Herausforderungen alles andere als gewöhnlich. Die Route wurde intensiv geprüft: Kurvenradien, Brückenüberfahrten und Straßenverläufe wurden genauestens vermessen und teilweise sogar digital simuliert, um mögliche Probleme im Voraus zu identifizieren.
Schwergewicht auf dem Weg ins Iseltal
Mit einer Länge von 12 Metern, einer Breite von 4 Metern, einer Höhe von 5 Metern und einem Gewicht von 236 Tonnen war der Transformator allein schon eine beeindruckende Erscheinung. Der gesamte Transportzug wog jedoch mit 489 Tonnen fast doppelt so viel. Um diese Last zu bewegen, wurden zwei Lkw mit jeweils 630 PS eingesetzt – einer zog, der andere schob. Das Manövrieren des Giganten aus dem Umspannwerk Lienz heraus dauerte rund 20 Minuten und war eine Herausforderung, da jeder Schritt mit äußerster Präzision erfolgen musste. Bei der Fahrt durch Lienz wurden Verkehrsschilder entfernt und mehrere infrastrukturelle Anpassungen vorgenommen, um den Transport zu ermöglichen. Tausende Zuschauer versammelten sich entlang der Strecke. Besonders heikel war die Passage über sieben Brücken im Iseltal, von denen drei mit sogenannten „Flyover“-Brücken, also mobilen Brückenkonstruktionen, unterstützt werden mussten. Diese Konstruktionen halfen dabei, das enorme Gewicht des Transformators sicher zu tragen.
Hoher Aufwand auch in der Zukunft
Die gesamte Fahrt, die sich über 29 Kilometer erstreckte, dauerte insgesamt sieben Stunden. Dabei war eine ständige Kommunikation und Koordination des Logistik-Teams über Funk erforderlich, um den Transport sicher und effizient durchzuführen. Um 01:30 Uhr erreichte der Transformator schließlich das Umspannwerk Matrei, wo er auf einem wasserdichten Fundament platziert wurde – ein Vorgang, der rund vier Stunden in Anspruch nahm. APG plant, bis 2034 insgesamt 65 neue Transformatoren zu errichten und investiert in den Ausbau und die Digitalisierung des Stromnetzes. Diese Investitionen sollen nicht nur die Versorgungssicherheit erhöhen, sondern auch die Elektrifizierung sämtlicher Lebensbereiche vorantreiben und die Energiewende in Österreich ermöglichen.
(PA/red)