Sicherer Umgang mit Wasser im Sommer
Unterschätzte Gefahren wie Kälteschock und fehlende Aufsicht erhöhen das Risiko von Badeunfällen.

In der Sommerzeit zieht es viele Menschen zur Abkühlung an Seen, Flüsse oder in Freibäder. Doch mit dem unbeschwerten Badevergnügen gehen auch Risiken einher, die oft unterschätzt werden. Anlässlich des „Tages gegen das Ertrinken“ am 25. Juli wird daher verstärkt auf die Bedeutung von Baderegeln und Sicherheitsmaßnahmen hingewiesen.
Jährlich ertrinken in Österreich rund 40 Menschen – bei Kindern zählen Badeunfälle laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den häufigsten Todesursachen. Dabei ließen sich viele dieser Tragödien durch einfache Vorsichtsmaßnahmen verhindern. Experten empfehlen eine gute Vorbereitung auf den Badetag, ausreichende Selbsteinschätzung und gegenseitige Rücksichtnahme im Wasser.
Kälteschock vermeiden
Ein häufig unterschätztes Risiko beim Schwimmen ist der Kälteschock. Besonders bei großer Hitze kann der Sprung ins kalte Wasser zu einer plötzlichen Verengung der Blutgefäße führen, was den Kreislauf stark belastet. Daher gilt: Vor dem Schwimmen abduschen und langsam ins Wasser gehen. So kann sich der Körper besser an die Temperatur gewöhnen. Auch spontane Sprünge ins Wasser, etwa von Brücken oder Stegen, bergen zusätzliche Gefahren – etwa durch verdeckte Hindernisse oder nahe schwimmende Personen. Schwimmen in Begleitung erhöht zudem die Sicherheit: Kommt es zu einem Krampf oder Schwächeanfall, kann im Notfall schnell reagiert werden.
Kinder brauchen ständige Aufsicht
Besondere Vorsicht ist beim Baden mit Kindern geboten. Schwimmhilfen wie Schwimmflügel oder Luftmatratzen ersetzen keinesfalls die durchgehende Aufsichtspflicht. Kleinkinder können besonders schnell und lautlos in Gefahr geraten – selbst in seichtem Wasser. Eltern und Betreuungspersonen wird empfohlen, Kinder früh ans Wasser zu gewöhnen und möglichst frühzeitig an Schwimmkursen teilzunehmen. Eine spielerische Heranführung – etwa durch Duschen oder Baden zu Hause – kann helfen, Ängste abzubauen und Vertrauen im Umgang mit Wasser zu entwickeln.
Schwimmkenntnisse auffrischen
Auch Erwachsene profitieren davon, ihre Schwimmkenntnisse regelmäßig zu überprüfen und aufzufrischen. Techniken, die in der Kindheit erlernt wurden, sind oft über die Jahre in Vergessenheit geraten oder nicht mehr zeitgemäß. Schwimmkurse für alle Alters- und Leistungsgruppen können hier Abhilfe schaffen.
Vorbereitung rettet Leben
Wasser ist nicht nur lebensnotwendig, sondern kann in der falschen Situation schnell zur tödlichen Gefahr werden. Ob am Bergsee, beim Wildbaden oder im Familienurlaub – wer umsichtig handelt, Risiken realistisch einschätzt und grundlegende Sicherheitsregeln kennt, ist klar im Vorteil. Denn echte Kompetenz zeigt sich nicht nur in Extremsituationen, sondern im bewussten Umgang mit alltäglichen Gefahren. Wer vorbereitet ist, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch andere.
(PA/red)