Influenza-Impfquote in Österreich stagniert

Während viele Nachbarländer deutlich mehr Menschen gegen Influenza impfen, bleibt die Durchimpfungsrate in Österreich seit Jahren auf niedrigem Niveau.

08.01.2026 9:14
red04
© Adobe Stock
Nach einem moderaten Anstieg bis in die frühen 2000er-Jahre folgte ein kontinuierlicher Rückgang der Grippeimpfbereitschaft.

Österreich bleibt bei der Grippeimpfung ein europäisches Schlusslicht. Trotz jährlich wiederkehrender Influenzawellen und klarer medizinischer Empfehlungen lässt sich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung impfen. Aktuelle Auswertungen zeigen, dass die Impfquote seit Jahren stagniert – und selbst kostenlose Angebote kaum für Bewegung sorgen.

Kaum Fortschritte

Datenanalysen aus Wien belegen, dass sich an der Grippeimpfbereitschaft in Österreich seit Jahrzehnten wenig geändert hat. Nach einem moderaten Anstieg bis in die frühen 2000er-Jahre folgte ein kontinuierlicher Rückgang. Zwar brachte die Corona-Pandemie kurzfristig mehr Aufmerksamkeit für Impfungen insgesamt, doch dieser Effekt war nicht nachhaltig. Inzwischen liegt die Durchimpfungsrate wieder auf niedrigem Niveau. Gesundheitswissenschaftler sprechen von einer verpassten Chance. Die Grippeimpfung sei gut verfügbar, medizinisch erprobt und seit einigen Jahren für alle Altersgruppen kostenlos. Dennoch werde sie weder von der Bevölkerung noch vom Gesundheitssystem ausreichend angenommen.

Influenza bleibt unterschätzte Gefahr

Dabei ist Influenza weit mehr als eine harmlose Erkältung. Jährlich infizieren sich in Österreich Hunderttausende Menschen, Tausende müssen stationär behandelt werden, und jedes Jahr sterben über tausend Personen an den Folgen der Erkrankung. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Kranke und Schwangere, doch auch gesunde Erwachsene können schwere Verläufe entwickeln. Trotz dieser Zahlen wird die Grippe in der öffentlichen Wahrnehmung oft verharmlost. Experten sehen darin einen zentralen Grund für die niedrige Impfquote. Vielen sei nicht bewusst, dass die Impfung zwar nicht jede Infektion verhindert, aber das Risiko schwerer Krankheitsverläufe und Todesfälle deutlich reduziert.

Bekanntes Problem ohne Durchbruch

Österreich kennt das Problem der niedrigen Grippeimpfquote seit Langem. Neu ist lediglich, dass sich trotz besserer Angebote und wachsender Datenlage kaum etwas ändert. Während andere Länder deutlich höhere Durchimpfungsraten erreichen, bleibt hierzulande ein Großteil der Bevölkerung ungeschützt. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Erkrankungen wieder zu. In den vergangenen Wintern kam es teils früh zu starken Grippewellen, die zu hohen Krankenständen und einer zusätzlichen Belastung des Gesundheitssystems führten. Ob es künftig gelingt, das Bewusstsein für die Gefahr der Influenza zu schärfen, wird entscheidend dafür sein, ob sich diese Zahlen jemals nachhaltig verbessern.

(red)

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