Zurück in den Kreislauf: Einwegpfand zeigt Wirkung
Die erste Jahresbilanz des Einwegpfandsystems fällt positiv aus doch der Absatz von Einwegplastik sinkt.
Mit einer Sammelquote von 81,5 Prozent hat Österreich im ersten Jahr des Einweg-Pfandsystems das gesetzliche Ziel erreicht. Flaschen und Dosen finden deutlich häufiger den Weg zurück in den Kreislauf. Seit dem Start des Einwegpfands mit 1. Jänner 2025 wurden laut Recycling Pfand Österreich rund 1,4 Milliarden Pfandgebinde retourniert. Damit wurde die für das erste Jahr vorgesehene Sammelquote von 80 Prozent erreicht und leicht übertroffen. Das System gilt damit aus regulatorischer Sicht als erfolgreich. Auch Umweltminister Norbert Totschnig sprach von einem Meilenstein für die Kreislaufwirtschaft.
Hohe Rücklaufquote erfüllt Zielvorgaben
Technisch funktioniert der geschlossene Materialkreislauf: Kunststoffflaschen und Dosen werden sortenrein gesammelt und können wieder zu neuen Getränkeverpackungen verarbeitet werden. Das reduziert den Bedarf an Primärrohstoffen und soll Österreich näher an die EU-Zielmarke von 90 Prozent Sammelquote bringen.
Pfand verändert Kaufverhalten
Parallel zur hohen Rücklaufquote zeigt sich jedoch ein anderer Effekt. Nach Angaben von PET to PET Recycling Österreich GmbH ist der Absatz von Einwegplastikflaschen im Jahresverlauf 2025 zurückgegangen. Besonders im zweiten Halbjahr wurden deutlich weniger PET-Flaschen verarbeitet als noch zu Beginn des Pfandsystems.
Das Pfand wirkt damit nicht nur als Rückgabeanreiz, sondern auch als Konsumbremse. Wer für jede Flasche Pfand zahlt, greift seltener zu Einweggetränken. Dieser Effekt wurde bereits in anderen EU-Ländern mit Pfandsystemen beobachtet und gilt aus Umweltsicht als gewünschte Lenkungswirkung.
Herausforderung für Recycler
Für die Recyclingwirtschaft bringt diese Entwicklung neue Spannungsfelder. Zwar stieg die insgesamt recycelte PET-Menge 2025 im Jahresvergleich, gleichzeitig geraten Recycler wirtschaftlich unter Druck. Billiges Neuplastik und Importe von Sekundärrohstoffen aus Nicht-EU-Ländern drücken die Preise. Sinkende Absatzmengen bei Einwegflaschen verstärken diesen Effekt. Recyclingunternehmen reagieren mit Investitionen in Automatisierung und Effizienz, um Kosten zu senken und wettbewerbsfähig zu bleiben.
(PA/red)