Kamine schuld an schlechter Luft im Burgenland
Erhöhte Feinstaubwerte im Winter werden rasch dem Heizen mit Holz und Kohle zugeschrieben.
Die Luftqualität hat sich in den vergangenen Jahren insgesamt verbessert. Umso auffälliger wirkt der aktuelle Winter, der nicht nur im Burgenland wieder erhöhte Feinstaubwerte bringt. Die Erklärung scheint rasch gefunden: viel Heizen mit Holz, alte Kamine, kalte Temperaturen. Ein naheliegender Befund.
Kessellage als Verstärker
Im Hintergrund bleibt dabei meist die meteorologische Ausgangslage und ihr entscheidender Einfluss. Inversionswetterlagen mit wenig Wind, Nebel und kaum Luftdurchmischung sorgen dafür, dass Schadstoffe nicht abziehen, sondern sich anreichern. Die Landschaft wird zum natürlichen Sammelbecken. Die Kessellage wirkt dabei weniger als Ursache denn als Verstärker.
Verkehr, Industrie, Holzofen
Abseits von Rauch aus burgenländischen Kaminen spielen freilich auch andere Emissionsquellen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der motorisierte Verkehr, industrielle Anlagen sowie überregionale Belastungen, die sich nicht an Landesgrenzen halten, tragen ebenso zur Feinstaubkulisse bei.
Auch das Streuen von Splitt auf winterlichen Straßen erhöht die Feinstaubbelastung erheblich. Selten erwähnt wird zudem der Luftverkehr: Zwar entstehen viele Emissionen in größerer Höhe, doch insbesondere Start- und Landephasen wirken sich auf die regionale Belastung aus.
Der Fokus auf den Holzofen im Einfamilienhaus verlagert die Verantwortung ins Private und blendet Gewerbe und Industrie weitgehend aus.
Ein zu normaler Winter
Allgemein hat sich die Luftqualität in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Aber heuer ist es anscheinend zu kalt. Wie fragil die Luftqualität ist, wenn mehrere Faktoren gleichzeitig zusammentreffen, zeigen die aktuellen Messwerte im Burgenland.
(red)