Mehr Verbrauch, weniger Strom aus Österreich

Im vergangenen Jahr stieg der Strom- und Gasverbrauch in Österreich deutlich, während die heimische Produktion sank und Importe zunahmen.

30.01.2026 11:58
red04
© Adobe Stock
Im Jahr 2025 stieg der Strombedarf um 2,6 Prozent auf 66,75 Terawattstunden.

Im Jahr 2025 ist in Österreich sowohl beim Strom als auch beim Gas mehr Energie verbraucht worden als im Vorjahr. Laut der Regulierungsbehörde E-Control stieg der Strombedarf um 2,6 Prozent auf 66,75 Terawattstunden, während die Gasabgabe an Endkunden sogar um 8,8 Prozent auf 80,9 Terawattstunden zunahm. Gleichzeitig ging die heimische Energieerzeugung zurück, sodass ein größerer Anteil des Bedarfs durch Importe gedeckt werden musste.

Rückgang heimischer Stromproduktion

Die inländische Stromproduktion sank um 10,6 Prozent auf rund 73,3 Terawattstunden. Etwa die Hälfte der Stromerzeugung stammt aus Wasserkraft, knapp ein Viertel aus Wärmekraftwerken. Bei den erneuerbaren Energien zeigte sich ein gemischtes Bild: Während die Produktion aus Windkraft um 7,6 Prozent zurückging, stieg die Photovoltaik-Erzeugung dank des starken Ausbaus um 28,3 Prozent und deckte bereits 13,4 Prozent der Gesamtproduktion. Diese Entwicklung macht deutlich, dass Solarenergie zunehmend eine tragende Rolle in Österreichs Energiewende einnimmt, während die Windkraftproduktion noch wetterabhängigen Schwankungen unterliegt.

Stromimporte nehmen zu

Die steigende Nachfrage bei gleichzeitig sinkender heimischer Erzeugung führte zu einem deutlichen Anstieg der Stromimporte. Sie legten im Jahr 2025 um 36 Prozent auf rund 25,7 Terawattstunden zu, während die Exporte um knapp 16 Prozent zurückgingen. Der wachsende Importanteil wirft Fragen nach der Klimabilanz auf, da importierter Strom nicht immer aus erneuerbaren Quellen stammt.

Gasverbrauch auf Rekordniveau

Beim Gas zeigte sich ein ähnlicher Trend: Der Verbrauch stieg über das Jahr hinweg deutlich, auch wenn es im Dezember einen leichten Rückgang gab. Die heimische Gasförderung war um 7,8 Prozent rückläufig, und die Gasspeicher waren Ende Dezember mit 64,2 Terawattstunden deutlich weniger gefüllt als im Vorjahr, als noch knapp 80 Terawattstunden lagerten. Auch der Importsaldo stieg im Vergleich zu 2024 um 5,1 Prozent. Der wachsende Gasbedarf und die sinkende heimische Produktion verdeutlichen die Dringlichkeit, Energieeffizienzmaßnahmen zu intensivieren und den Ausbau erneuerbarer Energien weiter voranzutreiben.

(APA/red)

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