Mikroplastik kontaminiert die Nahrungskette
Winzige Plastikpartikel, die im Meer treiben, gelangen zunehmend in Küstenfische – und damit auch auf die Teller der Menschen.
Winzige Plastikpartikel, sogenannte Mikroplastik, sind inzwischen überall in den Ozeanen zu finden – auch in den Fischen, die wir essen. Diese Partikel sind kleiner als fünf Millimeter, oft unsichtbar für das bloße Auge, und gelangen durch Verpackungen, Textilien oder Fischernetze ins Wasser. Mikroplastik bedroht somit nicht nur das marine Ökosystem, sondern kann auch indirekt in die Nahrungskette des Menschen gelangen.
Plastik im Fisch
Fische nehmen Mikroplastik auf, indem sie es mit Nahrung verwechseln oder Partikel zusammen mit Plankton oder Bodenbewohnern aufnehmen. Besonders betroffen sind Arten, die riffnahe Lebensräume besiedeln oder sich von Wirbellosen am Meeresboden ernähren. Offenwasserfische, die hauptsächlich Plankton fressen, sind seltener betroffen. Die Partikel bestehen meist aus Kunststoffen wie Polyethylen, Polypropylen, PET oder Nylon – Materialien, die in vielen Alltagsgegenständen vorkommen.
Regionale Unterschiede
Eine Untersuchung von 878 Fischen aus 138 Arten zeigt: Etwa ein Drittel der Fische hatte Mikroplastik im Verdauungstrakt. Die Studie konzentrierte sich auf vier pazifische Inselstaaten: Fiji, Tonga, Tuvalu und Vanuatu. Fische aus Fiji wiesen die höchsten Werte auf, mit fast drei Viertel der Tiere, die Plastikpartikel enthielten. Tonga und Tuvalu lagen im mittleren Bereich, Vanuatu wies vergleichsweise wenige belastete Fische auf. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass menschliche Siedlungen, Küstenaktivitäten und Fischereipraktiken die Mikroplastikbelastung stark beeinflussen.
Folgen für Meere und Menschen
Mikroplastik beeinträchtigt das marine Ökosystem, stört die Gesundheit von Fischen und kann langfristig die Fischbestände schwächen. Küstengemeinden, die auf Fischfang angewiesen sind, können wirtschaftlich betroffen sein. Für den Menschen sind die gesundheitlichen Risiken noch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Deutlich wird jedoch: Mikroplastik ist ein sichtbares Zeichen für die weitreichenden Folgen der Plastikverschmutzung. Müllvermeidung, nachhaltige Fischerei und Küstenschutz sind entscheidend, um Mikroplastik in Meeren und Fischen zu reduzieren. Monitoringprogramme liefern wichtige Daten, um Belastungen zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.
(red)