Ein Drittel aller Krebsfälle ist vermeidbar
Ein erheblicher Teil der Krebserkrankungen weltweit könnte durch Prävention und gesündere Lebensgewohnheiten verhindert werden.
Fast vier von zehn Krebsneuerkrankungen weltweit könnten verhindert werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine große internationale Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht wurde. Untersucht wurde, welchen Anteil veränderbare Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol, Übergewicht oder bestimmte Infektionen an der Entstehung von Krebs haben.
Zahlreiche Risikofaktoren
Für die Analyse werteten Forschende Daten aus 185 Ländern aus. Berücksichtigt wurden 36 verschiedene Krebsartensowie 30 Risikofaktoren, die zumindest teilweise durch Lebensstil, Umweltbedingungen oder Prävention beeinflusst werden können. Das Ergebnis: Von rund 18,7 Millionen neuen Krebsfällen im Jahr 2022 lassen sich etwa 7,1 Millionen Fälle auf diese beeinflussbaren Faktoren zurückführen. Das entspricht knapp 38 Prozent aller Neuerkrankungen.
Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Bei Männern war fast jeder zweite Krebsfall vermeidbar, bei Frauen etwa jeder dritte. Gründe dafür sehen die Forschenden vor allem im höheren Tabak- und Alkoholkonsum bei Männern in vielen Weltregionen. Auch regional zeigen sich große Unterschiede. In einigen Ländern Afrikas und Asiens spielen Infektionen eine deutlich größere Rolle als in Europa oder Nordamerika, wo Lebensstilfaktoren stärker ins Gewicht fallen.
Rauchen bleibt größtes Risiko
Der wichtigste einzelne Risikofaktor ist weiterhin das Rauchen. Kein anderer Faktor trägt weltweit zu so vielen Krebsfällen bei. Danach folgen Infektionen, etwa mit humanen Papillomviren (HPV) oder dem Magenkeim Helicobacter pylori, sowie Alkoholkonsum. Besonders stark betroffen sind Krebsarten wie Lungenkrebs, Magenkrebs und Gebärmutterhalskrebs, bei denen ein großer Teil der Erkrankungen auf vermeidbare Ursachen zurückgeht.
Chancen für Prävention
Die Studienautoren sehen in den Ergebnissen vor allem eine klare Botschaft an Politik und Gesellschaft: Krebsprävention wirkt. Maßnahmen wie Rauchverbote, Impfprogramme, Aufklärung über Alkoholrisiken, Förderung von Bewegung oder saubere Luft könnten Millionen Erkrankungen verhindern. Gleichzeitig betonen sie, dass Präventionsstrategien an die jeweiligen Länder und Bevölkerungsgruppen angepasst werden müssen. Durch gezielte Prävention und gesündere Lebensbedingungen ließe sich die Zahl der Neuerkrankungen deutlich senken – mit positiven Folgen für Menschen und Gesundheitssysteme weltweit.
(red)