Kinder oft im eigenen Haushalt durch Luft belastet

Die größte Belastung durch Luftverschmutzung für Kinder entsteht oft nicht draußen, sondern unbemerkt in den eigenen vier Wänden.

06.02.2026 9:30
red04
© Adobe Stock
Feiner Staub gelangt beim Heizen in die Luft und bleibt dort lange hängen.

Wenn von Luftverschmutzung die Rede ist, denken viele an volle Straßen, Abgase und graue Städte. Doch für viele Kinder entsteht die größte Belastung an einem ganz anderen Ort: zu Hause. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass die höchsten Feinstaubwerte bei Kindern in ländlichen Regionen nicht in der Schule oder auf dem Schulweg gemessen wurden, sondern in den eigenen vier Wänden. Besonders dort, wo mit Holzöfen geheizt oder in Innenräumen geraucht wird, ist die Luft oft deutlich schlechter als draußen.

Rauch im Wohnzimmer

Holzöfen gelten vielerorts als gemütlich und umweltfreundlich. Doch was nach Wärme und Nachhaltigkeit klingt, kann die Raumluft stark belasten. Feiner Staub gelangt beim Heizen in die Luft und bleibt dort lange hängen – vor allem in schlecht gelüfteten Räumen. Ähnlich ist es beim Rauchen: Zigarettenrauch sorgt für hohe Schadstoffwerte, selbst wenn nur gelegentlich geraucht wird. Für Kinder ist das besonders problematisch. Sie verbringen viel Zeit zu Hause, ihre Lungen sind noch in der Entwicklung und sie reagieren empfindlicher auf schlechte Luft als Erwachsene.

Messungen aus dem echten Alltag

Für die Untersuchung trugen die Kinder kleine Messgeräte mehrere Tage lang bei sich. Sie zeichneten auf, wie viel Feinstaub die Kinder im Alltag tatsächlich einatmeten – zu Hause, in der Schule und unterwegs. Anders als feste Messstationen zeigen diese Geräte nicht Durchschnittswerte für ganze Orte, sondern das, was direkt ankommt: auf dem Sofa, am Küchentisch oder im Kinderzimmer. Dabei wurde deutlich, wie stark die Belastung im Tagesverlauf schwankt. Während draußen und in der Schule die Werte meist relativ konstant blieben, kam es in Wohnungen immer wieder zu deutlichen Spitzen. Teilweise stiegen die Werte für kurze Zeit stark an, ohne dass es den Bewohnern bewusst auffiel.

Landluft ist nicht automatisch sauber

Interessant ist auch der Blick auf den ländlichen Raum. Viele verbinden das Leben auf dem Land mit frischer Luft. Doch die Messungen zeigen: Kinder in ländlichen Regionen können sogar stärker belastet sein als Gleichaltrige in der Stadt – vor allem dort, wo Holzöfen verbreitet sind. Wer über saubere Luft spricht, sollte also nicht nur über Verkehr und Industrie reden. Mindestens genauso wichtig ist das, was in Wohnungen passiert. Heizen, Rauchen, Lüften – all das entscheidet darüber, welche Luft Kinder täglich einatmen.

(red)

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