Norwegen verkaufte im Jänner nur sieben Benziner
Über 2.000 neue Elektroautos wurden in Norwegen zugelassen, herkömmliche Fahrzeuge machten im Jänner nur einen verschwindend kleinen Teil aus.
Norwegen steht an der Spitze des Wandels in der globalen Automobilindustrie: Im Jänner 2026 wurden dort laut offiziellen Angaben lediglich sieben neue benzinbetriebene Personenkraftwagen verkauft – ein historischer Tiefstand. Dies ist ein weiteres Indiz für die rasante Verdrängung von Verbrennungsmotoren durch Elektrofahrzeuge (EVs) im Land.
Elektrifizierung dominiert den Markt
Die Zahlen der Norwegian Road Traffic Information Council (OFV) zeigen, dass im gleichen Zeitraum über 2.000 batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) zugelassen wurden und damit die überwältigende Mehrheit aller Neuwagenverkäufe ausmachten. Im Vergleich dazu wurden nur 29 Hybrid- und 98 Dieselmodelle registriert. Mehr als 95 Prozent aller neu registrierten Fahrzeuge im Jahr 2025 waren bereits elektrisch betrieben, was Norwegen als globalen Spitzenreiter bei der Umstellung auf emissionsfreie Mobilität bestätigt.
Regulatorische Einflüsse
Marktbeobachter betonen, dass die ungewöhnlich niedrigen Verkaufszahlen für Benziner im Jänner auch durch steuerliche Effekte und Marktreaktionen auf neue Regelungen beeinflusst wurden. Viele Käufer hatten bereits im Dezember 2025 Fahrzeuge registriert, um von günstigeren Steuerbedingungen zu profitieren, bevor neue Regelungen Anfang 2026 in Kraft traten. Die Zahlen bedeuten somit nicht das Ende der Nachfrage nach Benzinfahrzeugen, sondern eine Nachwirkung des Vorziehens von Käufen. Die Verkaufszahlen sollen sich laut Erwartungen daher im weiteren Verlauf des Jahres wieder stabilisieren.
Industrie im Wandel
Norwegens konsequente Politik zur Förderung von Elektromobilität gilt als wesentlicher Treiber dieser Entwicklung. Hohe CO₂-Steuern, umfangreiche Subventionen für EV-Käufer und Vorteile wie Befreiung von Mehrwertsteuer und Mautgebühren haben den Übergang beschleunigt und eine breite Akzeptanz geschaffen. Trotz des hohen Anteils an EV-Neuzulassungen weisen Experten darauf hin, dass ein bedeutender Teil des bestehenden Fahrzeugsbestands weiterhin auf fossilen Brennstoffen basiert. Nach wie vor fährt ein Großteil der Bevölkerung ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor – was auf den Bedarf zusätzlicher Maßnahmen zur weiteren Transformation hinweist.
Europäischer Vergleich
Norwegens Beispiel hat Modellcharakter für andere Länder, die ähnliche Ziele verfolgen. Während in Norwegen die Elektromobilität fast den gesamten Neuwagenmarkt erfasst hat, zeigen Daten aus dem restlichen Europa ein langsameres, aber spürbares Wachstum der EV-Verkäufe. Die extrem niedrigen Verkaufszahlen von Benzin- und Dieselfahrzeugen markieren einen signifikanten Schritt hin zu einem emissionsarmen Verkehrssystem.
(red)