Lebensräume schwinden: Tirols Amphibiensterben

Der Verlust von Feuchtgebieten, Auen und Tümpeln sowie die Zerschneidung der Landschaft durch Infrastruktur haben den Amphibienbestand im Inntal drastisch reduziert.

13.02.2026 11:01
red04
© Adobe Stock
Besonders betroffen sind anspruchsvolle Arten wie die Gelbbauchunke.

Die Bestände von Amphibien im Tiroler Inntal sind dramatisch zurückgegangen. Das zeigt eine aktuelle Erhebung im Rahmen des Artenschutzprojekts INNsieme connect, die der Umweltverband WWF Österreich vorstellt. Von den einst 15 in Tirol heimischen Arten gelten inzwischen elf als stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht – eine davon ist bereits regional verschwunden.

Ursachen des Rückgangs

Besonders betroffen sind sowohl anspruchsvolle Arten wie die Gelbbauchunke oder die Wechselkröte als auch vergleichsweise robuste Arten wie der Grasfrosch oder die Erdkröte. Auch die Population des Laubfrosches hat sich seit den 1990er-Jahren halbiert. Hauptursache für das Artensterben ist der Verlust geeigneter Lebensräume. Auenlandschaften, Tümpel und Feuchtgebiete wurden über Jahrzehnte trockengelegt, verfüllt oder verbaut. Auch Verkehrswege, Siedlungen und andere menschliche Infrastruktur haben die Populationen voneinander isoliert.

Folgen über Teich hinaus

Der Rückgang der Amphibien betrifft nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen. Amphibien helfen, Insektenpopulationen zu regulieren, darunter Mücken und landwirtschaftliche Schädlinge. Ihre Abnahme kann daher zu vermehrten Insektenplagen führen. Zudem spielen intakte Feuchtgebiete eine wichtige Rolle bei der Hochwasserregulierung und der Neubildung von Grundwasser, wodurch sie einen natürlichen Schutz für umliegende Siedlungen bieten. Amphibien dienen außerdem als Indikatoren für die Gesundheit von Ökosystemen und signalisieren frühzeitig, wenn Umweltbelastungen zunehmen.

Maßnahmen zum Schutz

Um den Arten wieder Lebensraum zu bieten, werden unter anderem Laichgewässer angelegt und vernetzte Feuchtgebiete wiederhergestellt. Ziel ist es, die Auenlandschaften entlang des Inns so zu gestalten, dass Amphibien und andere Tier- und Pflanzenarten überleben können und gleichzeitig wichtige Ökosystemfunktionen für Menschen erhalten bleiben. Der Rückgang der Amphibien zeigt, wie empfindlich unsere Flusslandschaften sind. Ein aktiver Schutz der Lebensräume kommt nicht nur den Tieren zugute, sondern sichert auch langfristig die natürlichen Leistungen, von denen Menschen direkt profitieren.

(PA/red)

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