Extremhitze setzt Ökosysteme unter Druck
Ein neuer Bericht warnt, dass zunehmende Hitzewellen weltweit Ernährungssysteme und Lebensgrundlagen gefährden.
Ein aktueller Bericht der Weltwetterorganisation (WMO) und der UNO-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), veröffentlicht anlässlich des Welttags der Erde, zeigt die weitreichenden Folgen zunehmender Extremhitze. Demnach sind Ökosysteme, landwirtschaftliche Produktion und die Lebensgrundlagen von mehr als einer Milliarde Menschen bedroht.
Die Analyse macht deutlich, dass menschengemachter Klimawandel die Häufigkeit, Intensität und Dauer von Hitzewellen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich erhöht hat. In der Folge steigen die Risiken für Agrar- und Ernährungssysteme weiter an. Nutztiere reagieren besonders empfindlich auf hohe Temperaturen: Bereits ab etwa 25 Grad geraten viele Tiere unter Hitzestress, während etwa Geflügel und Schweine noch früher betroffen sind. Auch in Gewässern kann Hitze problematisch werden, da sinkende Sauerstoffwerte Fische stark belasten.
Bei wichtigen Nutzpflanzen führen Temperaturen über 30 Grad häufig zu geringeren Erträgen, bei einigen Kulturen wie Kartoffeln oder Gerste sogar schon früher. Gleichzeitig nehmen Häufigkeit und Intensität von Bränden zu, was zusätzliche Schäden an Wäldern und landwirtschaftlichen Flächen verursacht.
Für Landwirte verschärfen sich die Arbeitsbedingungen ebenfalls. In manchen Regionen könnte es bis zum Ende des Jahrhunderts an bis zu 250 Tagen im Jahr zu heiß für Feldarbeit werden. Besonders betroffen sind Teile Südasien, Afrika südlich der Sahara sowie Zentral- und Südamerika.
Neben Hitze verstärken auch Dürren, Wasserknappheit sowie die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten die Herausforderungen. Zwar werden Anpassungsmaßnahmen wie veränderte Anbauzeiten oder zusätzliche Beschattung empfohlen, doch diese gelten laut Bericht nur als begrenzt wirksam. Ohne umfassende Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen dürften die Belastungen weiter zunehmen und die Anpassungsfähigkeit von Mensch und Natur zunehmend überfordern.
APA/Red.
