Oberleitungen kehren für klimafreundliche Busse zurück

Innsbruck setzt ab 2029 auf Batteriebusse mit Ladung während der Fahrt.

30.04.2026 9:28
red04
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Die Stadt Innsbruck treibt die Dekarbonisierung ihres öffentlichen Verkehrs voran und bringt dafür Oberleitungen für Busse zurück ins Stadtbild. Ab 2029 sollen 20 sogenannte „In-Motion-Charging“-Batteriebusse im Einsatz sein, die während der Fahrt Strom aufnehmen können. Insgesamt investiert die Stadt dafür rund 45,9 Millionen Euro, wobei etwa die Hälfte der Kosten durch Fördermittel des Bundes gedeckt wird.

Die dafür notwendige Infrastruktur umfasst rund 18 Kilometer Oberleitungen, die ausschließlich außerhalb der Innenstadt – im Osten und Westen – errichtet werden. Nach einer Bauzeit von etwa zwei Jahren könnten damit künftig bis zu zwei Drittel der Fahrgäste elektrisch unterwegs sein. Bereits heute wird etwa die Hälfte der Passagiere durch Straßenbahnen emissionsfrei befördert.

Trotz der Umstellung bleiben Dieselbusse vorerst Teil des Stadtbilds: Sie sollen noch bis spätestens 2041 im Einsatz sein. Gründe dafür sind unter anderem die deutlich niedrigeren Anschaffungskosten im Vergleich zu Elektrobussen. Langfristig rechnen die Verantwortlichen jedoch mit wirtschaftlichen Vorteilen durch den elektrischen Betrieb, etwa durch geringere Energie- und Wartungskosten sowie weniger Lärmemissionen.

Die neuen Busse bieten zudem betriebliche Vorteile, da sie nicht ausschließlich im Depot geladen werden müssen. Dadurch entfallen teure Umbauten der Betriebshöfe. Störungen durch Witterungseinflüsse bei den Oberleitungen werden laut Verkehrsbetrieben nicht als wesentliches Risiko gesehen.

Die vollständige Umstellung der Busflotte soll schrittweise erfolgen. Welche Technologien künftig auf weiteren Linien zum Einsatz kommen, wird in den kommenden Jahren entschieden.

APA/Red.

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