E-Bike-Markt verliert an Dynamik
Sinkende Nachfrage und hohe Lagerbestände drücken die Preise für E-Bikes in Deutschland.
Deutschland bleibt der wichtigste E-Bike-Markt Europas, doch nach Jahren starken Wachstums zeigt sich eine Abschwächung der Nachfrage. Laut einer Analyse von EY-Parthenon entfielen 2025 rund 85 Prozent des Fahrradumsatzes in Deutschland auf E-Bikes. Damit liegt das Land deutlich vor anderen europäischen Märkten wie Österreich, den Niederlanden oder Frankreich.
Mit einem Umsatz von knapp fünf Milliarden Euro wurde in Deutschland etwa die Hälfte des gesamten europäischen E-Bike-Geschäfts erzielt. Mehr als jedes zweite verkaufte Fahrrad war 2025 mit einem Elektromotor ausgestattet. Besonders stark verbreitet sind E-Antriebe bei Mountainbikes und Lastenrädern.
Nach dem Boom der vergangenen Jahre entwickelt sich der Markt jedoch zunehmend stabiler. Europaweit blieb der Anteil der verkauften E-Bikes auf Vorjahresniveau. Experten sehen erste Anzeichen einer Marktsättigung, auch wenn weiterhin Wachstumspotenzial besteht. Künftige Impulse werden vor allem durch technische Innovationen, neue Nutzungskonzepte, Serviceangebote und Ersatzkäufe erwartet.
Für Verbraucher bringt die aktuelle Marktsituation Vorteile. Aufgrund hoher Lagerbestände und eines intensiveren Wettbewerbs sind die Preise für E-Bikes gesunken. Im Jahr 2025 kostete ein E-Bike in Deutschland durchschnittlich 2.550 Euro und damit vier Prozent weniger als im Vorjahr. Der Durchschnittspreis aller Fahrräder verringerte sich auf 1.581 Euro, während herkömmliche Fahrräder preislich stabil blieben.
Die nachlassende Dynamik wirkt sich auf die gesamte Branche aus. Die Zahl der verkauften Fahrräder sank 2025 um vier Prozent auf 3,7 Millionen Stück. Der Gesamtumsatz der deutschen Fahrradwirtschaft ging um knapp acht Prozent auf 5,85 Milliarden Euro zurück. Im Gegensatz dazu verzeichneten Märkte wie Österreich und Spanien zuletzt ein deutliches Umsatzwachstum.
APA/Red.
