Österreich baut Energie- und Treibstoffreserven aus
Die Lagerbestände für Erdgas, Diesel und Kerosin sind zuletzt deutlich gestiegen. Die Versorgung gilt derzeit als gesichert, auch wenn europaweit Risiken bestehen.
Österreich hat seine Reserven an Erdgas, Diesel und Kerosin in den vergangenen Monaten wieder deutlich erhöht. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums waren die heimischen Gasspeicher Mitte Juni zu rund 52 Prozent gefüllt. Bei einer weiterhin konstanten Einspeicherung könnte der Füllstand bis zum Jahresende auf etwa 80 Prozent steigen.
Im Vergleich zum Vorjahr liegen die Gasreserven zwar etwas niedriger, dennoch wird die Versorgungslage als stabil eingeschätzt. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer verwies zudem auf die geplante Verlängerung der strategischen Gasreserve bis 2029, für die noch die notwendige Zustimmung im Parlament aussteht.
Auch bei Diesel gibt es derzeit keine Anzeichen für Versorgungsengpässe. Die Lagerbestände stiegen zuletzt deutlich an und liegen über dem langjährigen Durchschnitt. Da die Produktion in Deutschland, dem wichtigsten Lieferland für Österreich, ohne Einschränkungen läuft, wird die Versorgung als gesichert angesehen.
Bei Kerosin ist die Lage in Österreich ebenfalls entspannt. Rund 95 Prozent des benötigten Flugtreibstoffs werden im Inland produziert. Die Lagerbestände erreichten im Mai den höchsten Wert für diesen Monat seit 2021.
Auf europäischer Ebene bleibt die Situation bei Kerosin jedoch angespannt. Ein Teil der Versorgung stammt aus dem Persischen Golf, weshalb anhaltende Störungen der Lieferwege die Lagerbestände in der EU belasten könnten. Nach Einschätzung des Wirtschaftsministeriums wären bei längeren Ausfällen sogar Notreserven erforderlich, um Engpässe zu vermeiden.
APA/Red.
