Fernkälte gewinnt in Wien an Bedeutung

Die aktuelle Hitzewelle treibt die Nachfrage nach Fernkälte in Wien stark an, während das Netz weiter ausgebaut wird.

25.06.2026 9:42
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Die Fernkälte in Wien spielt angesichts steigender Temperaturen eine zunehmend wichtige Rolle. Zwar ist das Netz mit derzeit 33 Kilometern deutlich kleiner als das Fernwärmenetz, wächst jedoch kontinuierlich. Aktuell sind rund 220 Kunden angeschlossen, darunter große Einrichtungen wie das AKH, das Wiener Rathaus und die Universität Wien.

Die anhaltende Hitzewelle sorgt für eine deutlich höhere Nachfrage: An besonders heißen Tagen liegt der Kältebedarf um rund 60 Prozent über dem eines durchschnittlichen Sommertages. Um Verbrauchsspitzen in den Mittagsstunden auszugleichen, setzt Wien Energie erstmals auf einen innovativen Kältespeicher. Dabei wird Wasser in einem zehn Meter langen Container zu einem Eisblock gefroren und später zur Kühlung des Netzes wieder aufgetaut. Dadurch kann die erzeugte Kälte effizienter und flexibler bereitgestellt werden.

Fernkälte wird jedoch nicht nur im Sommer benötigt. Krankenhäuser, Rechenzentren und Großküchen haben ganzjährig Kühlbedarf. Zudem kann die beim Kühlen entstehende Wärme genutzt werden, um Gebäude zu beheizen. So wird etwa überschüssige Wärme aus dem Wiener Ronacher-Theater in das Wärmenetz eingespeist.

Derzeit umfasst das Wiener Fernkältesystem acht zentrale und 17 dezentrale Anlagen. In den kommenden Jahren sollen rund 100 Millionen Euro in den weiteren Ausbau investiert werden. Laut Wien Energie lassen sich mit Fernkälte im Vergleich zu herkömmlichen Klimaanlagen etwa die Hälfte der CO₂-Emissionen einsparen. Zudem wird keine zusätzliche Wärme an die Umgebung abgegeben, was die Aufheizung der Stadt reduziert.

APA/Red.

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