Hitze treibt Strompreise am Abend nach oben
Die aktuelle Hitzewelle sorgt für starke Preissprünge am Strommarkt – besonders in den Abendstunden.

Die anhaltende Hitzewelle führt derzeit zu deutlich höheren Strompreisen, insbesondere am Abend. Verbraucher mit dynamischen Stromtarifen müssen zwischen etwa 19:30 und 22:00 Uhr mit besonders hohen Kosten rechnen. In einzelnen Zeitfenstern wurden Preise von deutlich über 40 Cent pro Kilowattstunde verzeichnet, Spitzenwerte lagen sogar noch höher.
Experten führen die Entwicklung vor allem auf die Wetterlage zurück. Während tagsüber große Mengen günstigen Solarstroms verfügbar sind, sinkt die Stromproduktion aus Photovoltaikanlagen am Abend rasch ab. Gleichzeitig steigt der Stromverbrauch aufgrund der hohen Temperaturen, etwa durch den verstärkten Einsatz von Klimaanlagen.
Hinzu kommt, dass auch die Windstromerzeugung in den Abendstunden häufig zurückgeht. Um die Nachfrage zu decken, müssen dann verstärkt Gaskraftwerke eingesetzt werden. Da diese vergleichsweise hohe Produktionskosten verursachen und im Strommarkt oft den Preis bestimmen, steigen die Börsenstrompreise deutlich an.
Die aktuellen Preisentwicklungen haben auch eine politische Debatte ausgelöst. Die FPÖ sieht darin einen weiteren Beleg für ihre Forderung nach einer Abschaffung der CO₂-Abgabe. Vertreter der Bundesregierung widersprechen dieser Einschätzung und verweisen auf notwendige Reformen im Energiesystem sowie den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien.
Fachleute sehen die Preisspitzen vor allem als Hinweis auf fehlende Flexibilität im Stromsystem. Intelligente Steuerungen, Stromspeicher und eine bessere Nutzung erneuerbarer Energien könnten künftig dazu beitragen, starke Preisschwankungen abzufedern.
APA/Red.