Österreichs Erneuerbaren-Anteil geht zurück
Weniger Wasserstoff drückte den Anteil erneuerbarer Energien am österreichischen Stromverbrauch 2025 auf 78 Prozent.
Der Anteil der erneuerbaren Energien am österreichischen Stromverbrauch ist 2025 gesunken. Weniger Wasser in den Flüssen dämpfte die Wasserkrafterzeugung und drückte den Erneuerbaren-Anteil auf 78 Prozent, zeigt der EAG-Monitoringbericht der E-Control. Im Jahr davor waren es noch 94 Prozent. Während die Photovoltaik weiter deutlich zulegt, besteht bei Windkraft, Wasserkraft und Biomasse Aufholbedarf.
Ausbauziele bleiben erreichbar
Bis 2030 soll Österreich bilanziell 100 Prozent seines Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen decken. Zusätzlich sieht das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) 27 Terawattstunden (TWh) zusätzliche Erzeugung aus Erneuerbaren sowie 5 TWh erneuerbares Gas vor. Laut E-Control bleibt das 100-Prozent-Ziel erreichbar, dafür müsse der Ausbau aber stärker vorankommen. Erforderlich wäre jährlich ein Zubau von 1.100 Gigawattstunden (GWh) Photovoltaik, 1.000 GWh Windkraft, 500 GWh Wasserkraft und 100 GWh Biomasse. Bei der Photovoltaik ist der Zielwert von 11 TWh mit derzeit rund 10 TWh bereits nahezu erreicht. Bei der Windkraft erwartet die Regulierungsbehörde vor allem für 2027 bis 2029 einen deutlichen Anstieg, wenn Projekte aus der aktuellen Pipeline ans Netz gehen.
Erneuerbare sollen fossile Energie ersetzen
Der Ausbau erneuerbarer Energien sei ein zentraler Baustein für eine sichere Energieversorgung, sagte E-Control-Vorstand Alfons Haber. Jede zusätzliche Kilowattstunde aus erneuerbaren Quellen reduziere die Abhängigkeit von fossiler Energieerzeugung und fossilen Energieträgern. Auch leistungsfähige Netze und Speicher würden für den weiteren Ausbau wichtiger. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) verwies angesichts der wetterbedingten Schwankungen bei der Wasserkraft auf die Bedeutung eines breiten Energiemixes aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse.
Biogas bleibt deutlich hinter dem Ziel
Deutlich unter dem Ziel von 5 TWh lag die Einspeisung von erneuerbarem Gas. 2025 wurden laut Haber lediglich 0,16 TWh eingespeist. Als Gründe nannte er unter anderem fehlende Rahmenbedingungen. Das Erneuerbaren-Gase-Gesetz (EGG) ist zwar im Regierungsprogramm von ÖVP, SPÖ und NEOS vorgesehen, eine Einigung steht aber noch aus. Zudem ist offen, ob erneuerbares Gas langfristig wirtschaftlich in das öffentliche Gasnetz eingespeist werden kann. Derzeit wird Biogas vor allem für Strom und Wärme sowie direkt am Produktionsort für Verkehr und industrielle Prozesse eingesetzt.
Bis zu 200 Millionen Euro für Wasserstoff
Auch die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff soll weiter unterstützt werden. Österreich wird sich mit bis zu 200 Mio. Euro an einer europäischen Wasserstoffbank beteiligen, wie Hattmannsdorfer am heutigen Mittwoch bekannt gab. Über das Wasserstoffförderungsgesetz können heimische Projekte im Rahmen der EU-weiten Auktion mit nationalen Mitteln gefördert werden. Bereits bei der EU-Wasserstoffauktion 2024 standen dafür bis zu 400 Mio. Euro zur Verfügung. Vier österreichische Projekte mit einer Elektrolyseleistung von insgesamt 171 Megawatt erhielten Förderzusagen von rund 275 Mio. Euro. Die Förderverträge sind mittlerweile abgeschlossen.
Neue Regeln für Stromnetzgebühren
Die E-Control arbeitet außerdem an einer Grundsatzverordnung für die Stromnetzgebühren. Der Beschluss soll in der ersten Oktoberhälfte erfolgen. Ziel ist, die Kosten für Netzanschlüsse klarer, transparenter und verursachungsgerechter zu gestalten.
(APA/red)