Sommer in Westeuropa so heiß wie nie zuvor

Der Sommer 2026 brachte Westeuropa neue Hitzerekorde sowie außergewöhnliche Trockenheit und Niedrigwasser.

02.10.2026 11:17
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Bereits im Mai und auch im September wurden außergewöhnlich hohe Temperaturen registriert.

Westeuropa hat 2026 den heißesten und trockensten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. Nach Angaben des EU-Klimadienstes Copernicus lagen die Temperaturen in mehr als der Hälfte der Region an 17 Tagen über 30 Grad. Im Vorjahr waren es sieben solcher Tage, beim bisherigen Rekord im Jahr 2003 elf. Insgesamt waren 52 Prozent Europas während des Sommers zeitweise sehr starkem Hitzestress ausgesetzt. Damit ist eine gefühlte Temperatur von mindestens 38 Grad gemeint. Für den Körper kann das eine erhebliche Belastung darstellen und das Risiko für gesundheitliche Probleme erhöhen.

Rekordtemperaturen und Trockenheit

Die Durchschnittstemperatur in Westeuropa lag im Sommer bei 21,7 Grad und damit 2,5 Grad über dem Mittelwert der Jahre 1991 bis 2020. Damit wurde auch der bisherige Rekordsommer 2003 übertroffen. Bereits im Mai und auch im September wurden außergewöhnlich hohe Temperaturen registriert. Europa insgesamt erlebte laut Copernicus den drittwärmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Die anhaltende Trockenheit führte gleichzeitig zu einer Zunahme der Waldbrände. Laut dem Europäischen Waldbrand-Informationssystem EFFIS war die verbrannte Fläche in der EU bis zum 2. September fast doppelt so groß wie im Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2025 zu diesem Zeitpunkt. Besonders große Brände gab es in Spanien und Frankreich. Die dadurch entstandene Luftverschmutzung betraf Millionen Menschen.

Niedrigwasser und warme Meere

Auch die Wasserstände erreichten neue Tiefstwerte. In Europa wurden die niedrigsten Flusswasserstände seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1992 gemessen, unter anderem an Rhein und Donau. Gleichzeitig waren auch die europäischen Meere außergewöhnlich warm. Samantha Burgess, Strategieleiterin für Klima beim Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW), sprach von einem Sommer mit gleichzeitig auftretenden Klimaextremen. Hitzestress, Trockenheit, niedrige Wasserstände und ungewöhnlich warme Meere hätten weite Teile Europas gleichzeitig betroffen. Die gesundheitlichen Folgen der Hitze waren ebenfalls erheblich. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes sowie Menschen, die im Freien arbeiten. Durch die lang anhaltenden Hitzewellen wurden laut den vorliegenden Angaben zudem zehntausende zusätzliche Hitzetote verzeichnet.

(APA/red)

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