Steiermark schafft neue Flächen für Windkraft

Neue Windkraftzonen, zusätzliche PV-Flächen und beschleunigte Verfahren sollen den Ausbau erneuerbarer Energie in der Steiermark vorantreiben.

02.10.2026 12:33
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Die Flächen verteilen sich auf 25 Gemeinden und umfassen rund 4.000 Hektar beziehungsweise 0,24 Prozent der Landesfläche.

Die Steiermark schafft neue Flächen für den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Landesregierung hat am gestrigen Donnerstag Novellen zum Sachprogramm Windenergie und zum Energie-Sonderstandort Kapfenberg beschlossen. Gleichzeitig wurden Vorgaben der EU zu sogenannten Beschleunigungsgebieten umgesetzt. Der Ausbau von Windkraft, Photovoltaik und Stromnetzen soll die Energieversorgung langfristig absichern und die Abhängigkeit von internationalen Märkten und fossilen Importen verringern.

Neue Zonen für Windkraft

Mit der Novelle zum Sachprogramm Windenergie werden neun neue Vorrangzonen, drei Eignungszonen und vier Erweiterungen festgelegt. Die Flächen verteilen sich auf 25 Gemeinden und umfassen rund 4.000 Hektar beziehungsweise 0,24 Prozent der Landesfläche. Das zusätzliche Ausbaupotenzial wird mit 450 bis 700 Megawatt angegeben. Insgesamt stehen damit 25 Vorrangzonen und drei Eignungszonen mit rund 8.560 Hektar zur Verfügung. Platz soll für maximal 135 Windräder vorhanden sein. Gleichzeitig wurde die Ausschlusszone um rund 40.000 Hektar auf insgesamt 444.220 Hektar erweitert. Sie umfasst damit 27 Prozent der Landesfläche. Sensible Bereiche sollen von der Windkraftnutzung ausgenommen bleiben. Die Eignungszonen Steineck-Kammern und Perchauer Eck wurden gestrichen. In zwei Jahren soll das Sachprogramm erneut evaluiert werden.

Mehr Photovoltaik und schnellere Verfahren

Auch in Kapfenberg werden zusätzliche Flächen für Photovoltaik als Energie-Sonderstandorte ausgewiesen. Insgesamt handelt es sich um rund 66 Hektar. Davon entfallen rund 42 Hektar auf die Erweiterung des Standorts Deponie Emberg, weitere 24 Hektar werden am Standort Emberg Süd neu gewidmet. Die Anlagen sollen in unmittelbarer Nähe zu energieintensiven Betrieben wie voestalpine-Böhler entstehen. Mit der Beschleunigungsverordnung 2026 werden zudem EU-Vorgaben für schnellere Genehmigungsverfahren umgesetzt. Für Projekte im Bereich erneuerbarer Energien können dadurch vereinfachte Verfahren zur Anwendung kommen. Als Beschleunigungsgebiete wurden 29 Vorrangzonen aus dem Sachprogramm Solarenergie mit rund 616 Hektar festgelegt. Dazu kommen Sonderstandorte in Kapfenberg und Leoben mit weiteren 108 Hektar. Insgesamt umfasst die neue Gebietskulisse damit 724 Hektar.

Mehr Strombedarf, aber auch mehr Netze

Hinter dem Ausbau steht auch die Erwartung eines deutlich steigenden Strombedarfs. Laut Landeshauptmannstellvertreterin Manuela Khom (ÖVP) könnte sich dieser bis 2040 gegenüber 2023 verdoppeln. Neben zusätzlichen Erzeugungskapazitäten brauche es deshalb auch einen Ausbau der Stromnetze und Speichermöglichkeiten. Geplant ist ein Energiemix aus Wasserkraft, Photovoltaik, Windenergie und Biomasse. Windkraft soll dabei insbesondere in den Wintermonaten zur Versorgung beitragen. Aus Sicht der Grünen ist die Berücksichtigung von Naturschutz-Einwänden bei der Überarbeitung positiv. Gleichzeitig sei nun die konkrete Umsetzung entscheidend. Zudem brauche es eine Speicherstrategie und eine Überarbeitung des Sachprogramms Solarenergie.

(APA/red)

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