Österreich bekommt Wasserentnahmeregister

Ein neues digitales Register soll erstmals einen zentralen Überblick über die Wasserentnahmen in Österreich ermöglichen.

02.10.2026 15:03
red04
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Das erste Halbjahr 2026 war laut Umweltministerium das zweittrockenste seit Beginn der Messungen.

Österreich bekommt ein digitales Wasserentnahmeregister. Künftig soll damit nachvollziehbar werden, wer wie viel Wasser aus der Umwelt entnimmt. Der Verordnungsentwurf geht nun in Begutachtung, die ersten verpflichtenden Einmeldungen sind ab 2029 vorgesehen. Angesichts zunehmender Trockenperioden und sinkender Grundwasserstände fordern Umweltorganisationen allerdings ein schnelleres Vorgehen. Österreich verfügt grundsätzlich über große Wasserressourcen. Die Entwicklungen der vergangenen Monate haben jedoch gezeigt, dass auch hier die Verfügbarkeit regional unter Druck geraten kann. Niedrige Grundwasserstände, lange Trockenphasen und hohe Temperaturen verschärfen die Situation. Das erste Halbjahr 2026 war laut Umweltministerium das zweittrockenste seit Beginn der Messungen.

Von genehmigten zu tatsächlichen Entnahmen

Bisher ist vor allem bekannt, welche Wassermengen laut wasserrechtlichen Bewilligungen entnommen werden dürfen. Welche Mengen tatsächlich verbraucht werden, lässt sich dagegen nicht flächendeckend nachvollziehen. Das neue Register soll diese Daten erstmals zentral zusammenführen und damit eine Grundlage für die langfristige Planung schaffen. Auch die bisher analog geführten Wasserbücher und weitere Unterlagen sollen digitalisiert werden. Ab 1. Juli 2029 sollen zunächst größere Wasserentnahmen erfasst werden. Ab 2032 wird die Registerpflicht auf weitere Entnahmen ausgeweitet. Kleinere Entnahmen wie jene aus gewöhnlichen Haus- und Hofbrunnen sind davon nicht betroffen. Die Daten sollen unter anderem dabei helfen, frühzeitig zu erkennen, wo sich Nutzungskonflikte entwickeln und welche Wassermengen für Landwirtschaft, Wirtschaft und Versorgung tatsächlich zur Verfügung stehen. Das Landwirtschaftsministerium baut die digitale Struktur auf, die Bundesländer sollen bestehende Informationen aus den wasserrechtlichen Bewilligungen aufbereiten und in das Register einspielen. Die tatsächlichen Entnahmemengen sollen künftig regelmäßig gemeldet werden.

Kritik am Zeitplan

Umweltorganisationen halten den Zeitplan angesichts der zunehmenden Belastung der Wasserressourcen für zu langsam. Greenpeace kritisiert insbesondere, dass in der ersten Phase erst größere Entnahmen erfasst werden und der Vollausbau erst 2032 vorgesehen ist. Auch der WWF fordert einen früheren Start und eine breitere Erfassung. Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach sieht ebenfalls Handlungsbedarf. Die Diskussion um das Register steht damit für eine grundsätzliche Frage der österreichischen Wasserwirtschaft: Wie viel Wasser tatsächlich verfügbar ist, lässt sich nur dann vorausschauend planen, wenn auch bekannt ist, wo, wann und in welchem Ausmaß die Ressource genutzt wird. Das Register soll dafür erstmals eine zentrale Datengrundlage schaffen. Ob der schrittweise Aufbau mit der zunehmenden Trockenheit Schritt halten kann, bleibt Gegenstand der Kritik.

(APA/red)

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