Klimaschutz: Vor COP31 bleiben Fragen offen
Einen Monat vor der COP31 beraten die Teilnehmer auf den Fidschi-Inseln über Klimafinanzierung, fossile Energien und das 1,5-Grad-Ziel.
Einen Monat vor dem UNO-Klimagipfel in der Türkei haben auf den Fidschi-Inseln die Vorverhandlungen begonnen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem das 1,5-Grad-Ziel, die Finanzierung von Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen sowie der Ausstieg aus fossilen Energien. Fidschis Klimaschutzministerin Lynda Tabuya forderte die Industrieländer zum Auftakt der viertägigen Beratungen in Nadi zu einem „gerechten Übergang“ zu erneuerbaren Energien auf. Von den Gesprächen müssten drei klare Botschaften ausgehen: Das 1,5-Grad-Ziel müsse in Reichweite bleiben, Klimafinanzierung müsse jene Gemeinschaften erreichen, die sie benötigen, und der Schutz der Ozeane müsse berücksichtigt werden.
Pazifik besonders vom Klimawandel betroffen
Mehrere Staats- und Regierungschefs der Pazifikregion nehmen an den Beratungen teil. Die Inselstaaten wollen dabei auf die Folgen der Erderwärmung für ihre Länder aufmerksam machen. Eine zentrale Rolle spielt der steigende Meeresspiegel. Nach Angaben der UNO steigt dieser aufgrund der Erwärmung der Ozeane und des Abschmelzens von Gletschern so schnell wie nie zuvor. Bis 2050 könnten dadurch bis zu 1,2 Milliarden Menschen aus ihren Wohnorten verdrängt werden. Für die Pazifikinseln ist die Entwicklung besonders relevant: Dort steigt der Meeresspiegel laut einem im August veröffentlichten UNO-Bericht doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt. Gleichzeitig fehlt es den Entwicklungsländern an Geld für die Anpassung an den Klimawandel. Die UNO beziffert den jährlichen Bedarf auf 310 bis 365 Milliarden Dollar. 2023 standen dafür lediglich rund 26 Milliarden Dollar zur Verfügung.
Streit über fossile Energien
Auch die Abkehr von fossilen Brennstoffen bleibt ein zentraler Streitpunkt. Tabuya forderte von den Industrieländern konkrete Verpflichtungen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen und zum Ausstieg aus fossilen Energien. Australien, das den diesjährigen Klimagipfel gemeinsam mit der Türkei ausrichtet, sieht sich dabei selbst mit diesem Thema konfrontiert. Klimaschutzminister Chris Bowen räumte in Nadi ein, dass Australien als Exporteur fossiler Brennstoffe einen Beitrag leisten müsse. Die eigentliche COP31 findet vom 9. bis 20. November in Antalya statt. Bei der vergangenen Klimakonferenz in Brasilien war keine gemeinsame Vereinbarung über einen Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Energien zustande gekommen. Seitdem haben die Verhandlungen über den weltweiten Klimaschutz nur begrenzte Fortschritte gemacht.
(APA/red)