Mehr Tempo beim Ausstieg aus fossilen Energien
Dutzende Staaten drängen auf einen schnelleren Abschied von fossilen Energien und eine Verdreifachung der weltweiten Kapazität erneuerbarer Energien bis 2030.
Dutzende Staaten fordern mehr Tempo beim Kampf gegen die Erderhitzung. Bei einem internationalen Vorbereitungstreffen zur COP31 im Südpazifik sprachen sich Minister und Regierungsvertreter unter anderem für einen schrittweisen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas aus. In einer gemeinsamen Erklärung verlangen sie zudem, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase „stark, schnell und nachhaltig“ zu senken. Ein weiteres Ziel ist der Ausbau erneuerbarer Energien. Ihre weltweite Kapazität soll bis 2030 verdreifacht werden. Diese Zielsetzung war bereits bei der UNO-Klimakonferenz in Dubai von fast 200 Staaten vereinbart worden. An dem Vorbereitungstreffen auf Fidschi nahmen Vertreter zahlreicher vom Klimawandel und steigenden Meeresspiegel besonders betroffener Inselstaaten teil, darunter Tuvalu und Mauritius. Auch Australien, Nepal und die Vereinigten Arabischen Emirate waren vertreten.
Jeder Bruchteil eines Grades zählt
In ihrer Erklärung appellieren die Teilnehmer an die internationale Staatengemeinschaft, jene Länder zu unterstützen, die besonders stark von der Klimakrise betroffen sind. Die Erde habe sich gegenüber der vorindustriellen Zeit bereits um fast 1,5 Grad erwärmt. Die Unterzeichner warnen davor, dass jeder weitere Bruchteil eines Grades die Folgen des Klimawandels und das Risiko irreversibler Verluste und Schäden verstärkt. Besonders betroffen seien kleine Inselstaaten und die am wenigsten entwickelten Länder. Auch die Auswirkungen des natürlich vorkommenden Klimaphänomens El Niño werden in der Erklärung angesprochen.
Mehr Elektrifizierung als Ziel
Unterstützt wird außerdem der Vorschlag, ein neues globales Ziel für die Elektrifizierung zu formulieren. Die Türkei hatte vorgeschlagen, den Anteil elektrischer Energie am weltweiten Endverbrauch bis 2035 von derzeit rund 20 auf 35 Prozent zu erhöhen. Entscheidend ist aus Sicht der Kritiker allerdings, woher der zusätzliche Strom kommt. Eine stärkere Elektrifizierung trägt nur dann zum Klimaschutz bei, wenn die benötigte Energie überwiegend aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne oder Wasserkraft stammt und nicht aus fossilen Energieträgern. Tuvalu wird gemeinsam mit Irland außerdem eine weitere internationale Konferenz zur Abkehr von fossilen Energien ausrichten. Sie soll im Juli 2027 stattfinden.
(APA/red)