EU einigt sich auf größere CO2-Reserve
Europaparlament und EU-Staaten wollen künftig mehr CO2-Zertifikate in der Marktstabilitätsreserve halten, um den Preis bei Schwankungen stabilisieren zu können.
Europaparlament und EU-Staaten haben sich auf eine erste Änderung am europäischen Emissionshandel verständigt. Künftig sollen bis zu 700 Millionen CO2-Zertifikate in der Marktstabilitätsreserve (MSR) gehalten werden können. Die Reserve kann genutzt werden, um bei starken Preisschwankungen zusätzliche Zertifikate auf den Markt zu bringen und den CO2-Preis zu stabilisieren. Bisher lag die Obergrenze bei 400 Millionen Zertifikaten. Alle darüber hinausgehenden Zertifikate wurden automatisch ungültig. Ein Zertifikat entspricht einer Tonne Kohlendioxid. Die vorläufige Einigung muss noch formell vom Europaparlament und vom Rat der EU-Staaten bestätigt werden.
Emissionshandel soll Klimaziele sichern
Der EU-Emissionshandel gilt als zentrales Instrument der europäischen Klimapolitik. Dabei wird die Gesamtmenge an CO2 festgelegt, die bestimmte Wirtschaftsbereiche ausstoßen dürfen. Dazu zählen unter anderem die Stahl- und Aluminiumindustrie, die Chemiebranche, Strom- und Wärmeproduzenten sowie Hersteller von Düngemitteln. Unternehmen müssen für ihre Emissionen CO2-Zertifikate erwerben. Die Gesamtzahl der verfügbaren Zertifikate wird jährlich reduziert, um den Ausstoß langfristig zu senken.
Industrie fordert weitere Änderungen
Mit der größeren Reserve ist die Reform allerdings noch nicht abgeschlossen. Auf Druck der Industrie wird über weitere Anpassungen verhandelt. Unter anderem soll die Zahl der verfügbaren Zertifikate langsamer sinken als bisher vorgesehen. Außerdem ist geplant, Unternehmen, die durch die Kosten des Emissionshandels im internationalen Wettbewerb benachteiligt sind, länger kostenlose Zertifikate zur Verfügung zu stellen. Die Verhandlungen darüber dürften noch mehrere Monate dauern.
(APA/red)