Nächste Hiobsbotschaft für das Klima
Die Atmosphäre speichert immer mehr Treibhausgase und entfernt sich damit weiter von den Klimazielen.
Die internationalen Klimaziele sind beschlossen, doch die Messwerte zeigen eine andere Realität: Die Konzentrationen der wichtigsten Treibhausgase haben 2025 erneut historische Höchststände erreicht. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) warnt vor einer weiteren Verschärfung der Erderwärmung.
Drei Treibhausgase, drei Rekorde
426,8 ppm Kohlendioxid, 1.948 ppb Methan und 339,1 ppb Lachgas: Die globalen Durchschnittskonzentrationen lagen 2025 so hoch wie noch nie seit Beginn der Messungen. Gegenüber dem vorindustriellen Niveau ist die CO₂-Konzentration mittlerweile um 53 Prozent gestiegen, jene von Methan um 167 Prozent.
Beim Kohlendioxid fiel der Anstieg zwischen 2024 und 2025 mit 2,8 ppm zwar etwas geringer aus als im Vorjahr, lag aber weiterhin über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Die Verbrennung fossiler Energieträger bleibt der wichtigste Treiber. Gleichzeitig geraten natürliche CO₂-Speicher unter Druck. Rund die Hälfte des ausgestoßenen Kohlendioxids wird von Landökosystemen und Ozeanen aufgenommen. Trockenperioden, Waldbrände und hohe Temperaturen können diese Aufnahmefähigkeit jedoch verringern.
Die außergewöhnlich hohen CO₂-Zuwächse der Jahre 2023 und 2024 standen auch mit dem starken El Niño in Verbindung. Für 2026 warnt die WMO vor möglichen weiteren Auswirkungen eines neuen El-Niño-Ereignisses.
Das unterschätzte Risiko der Energiewende
Auch andere Treibhausgase bereiten Sorgen. Besonders auffällig ist Schwefelhexafluorid (SF6), das unter anderem in elektrischen Schaltanlagen eingesetzt wird. Seine Konzentration stieg 2025 so stark wie noch nie. Das Gas wirkt mehr als 24.000-mal stärker als CO₂ und kann über 1.000 Jahre in der Atmosphäre verbleiben.
Die WMO verweist außerdem auf steigende Wasserstoffkonzentrationen. Wasserstoff ist zwar kein direktes Treibhausgas, kann aber über chemische Prozesse die Erwärmung verstärken. Undichtigkeiten bei Herstellung, Transport und Speicherung könnten daher die Klimabilanz der Wasserstoffwirtschaft verschlechtern.
Die Gesamtbilanz bleibt ernüchternd: Zwischen 1990 und 2025 nahm die Erwärmungswirkung der langlebigen Treibhausgase laut NOAA um 56 Prozent zu. Kohlendioxid war für rund 81 Prozent dieses Anstiegs verantwortlich. Die Ergebnisse des WMO-Berichts werden auch bei der UN-Klimakonferenz COP31 im November 2026 in Antalya eine Rolle spielen. Selbst sinkende Emissionen würden die bereits angestiegenen Konzentrationen nicht kurzfristig zurückführen. Ein großer Teil des ausgestoßenen CO₂ bleibt noch über Jahrzehnte bis Jahrhunderte klimawirksam.
(red)



