Altbatterien auf Abwegen: Ein wachsendes Problem
Nur ein Teil der Altbatterien gelangt offiziell ins Recycling, während viele unkontrolliert entsorgt oder ins Ausland exportiert werden.
Mit dem rasanten Wachstum von Lithium-Ionen-Batterien, etwa durch Elektroautos, Smartphones oder stationäre Energiespeicher, steigt auch die Menge an Altbatterien, die entsorgt werden müssen. Während etablierte Sammel- und Recyclingverfahren in vielen Ländern aufgebaut werden, bleibt unklar, welche Wege Altbatterien tatsächlich nehmen und wie viele außerhalb offizieller Kreisläufe landen.
Datenlücken und Recyclingquoten
Ein zentrales Problem bei der Bewertung der Batteriemüllströme ist die Unvollständigkeit offizieller Daten. Während ältere Batterietypen vergleichsweise gut erfasst werden, fehlen umfassende, weltweit einheitliche Zahlen für Lithium-Ionen-Batterien. Schätzungen gehen davon aus, dass nur rund 40 bis 50 Prozent der Altbatterien in den formalen Recyclingkreislauf gelangen, während ein erheblicher Anteil entweder unsachgemäß entsorgt oder ins Ausland exportiert wird. Viele dieser Zahlen beruhen auf groben Schätzungen und Handelsanalysen, wodurch die tatsächlichen Ströme schwer zu verifizieren sind.
Umweltgefahren durch Deponien
Batterien, die in reguläre Mülldeponien gelangen, können Umweltprobleme verursachen. Lithium-Ionen-Zellen enthalten Metalle wie Nickel, Kobalt oder Mangan, die bei unkontrollierter Ablagerung in Böden und Grundwasser gelangen können. Zudem können unsachgemäß gelagerte Batterien Brände auslösen. Die Folgen reichen von lokalen Kontaminationen bis zu langfristigen Schäden für die Umwelt.
Illegale Exporte und internationale Ströme
Ein weiterer Teil der Altbatterien verlässt den offiziellen Recyclingstrom durch Exportwege, die nicht immer transparent sind. Trotz gesetzlicher Vorgaben in der EU werden Batterien oder Recyclingzwischenprodukte weiterhin in Länder mit geringeren Umweltauflagen verschoben. Handelsanalysen zeigen, dass die globale Verfolgung von Batteriemüll oft nur schwer möglich ist, da viele Transporte über Zwischenstationen laufen und die Zuordnung zu Recycling oder End-of-Life unklar bleibt.
Regionale Unterschiede
Die Situation variiert stark zwischen Ländern. Einige Staaten erreichen relativ hohe Sammel- und Verwertungsquoten, während andere kaum Daten liefern oder ineffiziente Entsorgungswege haben. Die lange Lebensdauer vieler Batterien erschwert die Erfassung zusätzlich, da nicht klar ist, ob Batterien noch im Einsatz, bereits in Deponien oder in inoffiziellen Recyclingwegen sind. Es benötigt daher besserer Datenerfassung, klare internationale Standards und verstärkte Zusammenarbeit, um die Umweltauswirkungen von Batteriemüll zu minimieren.
(red)