Ewigkeitschemikalie TFA nimmt im Grundwasser zu

Die TFA-Konzentration im österreichischen Grundwasser hat sich an untersuchten Messstellen innerhalb von rund fünf Jahren mehr als verdoppelt.

15.09.2026 14:52
red04
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An 16 Messstellen, die sowohl 2018/2019 als auch 2024 untersucht wurden, stieg die durchschnittliche TFA-Konzentration innerhalb von rund fünf Jahren von 1,36 auf 2,86 Mikrogramm pro Liter.

Die Belastung des österreichischen Grundwassers mit Trifluoressigsäure (TFA) ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das zeigt eine wissenschaftliche Auswertung amtlicher Messdaten, die Global 2000 am heutigen Dienstag präsentierte. An 16 Messstellen, die sowohl 2018/2019 als auch 2024 untersucht wurden, stieg die durchschnittliche TFA-Konzentration innerhalb von rund fünf Jahren von 1,36 auf 2,86 Mikrogramm pro Liter und damit um mehr als 110 Prozent.

Höhere Werte in Landwirtschaftsregionen

Die höchsten Konzentrationen wurden laut Global 2000 im Burgenland, in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark festgestellt. Insgesamt wurden Daten von 98 Messstellen aus den Jahren 2018/2019 und 107 Messstellen aus dem Jahr 2024 ausgewertet. Die Daten hatte die Umweltschutzorganisation aufgrund einer Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz vom Landwirtschaftsministerium erhalten. Die 16 Messstellen im direkten Vergleich seien zwar nicht repräsentativ für ganz Österreich, erklärte Umweltchemiker Helmut Burtscher-Schaden. Betrachtet man alle Messstellen, liege der TFA-Wert sogar rund dreimal höher. Daraus lasse sich allerdings keine konkrete Änderungsrate ableiten.

Landwirtschaft als mögliche Quelle

Die Auswertung untersuchte auch mögliche Zusammenhänge zwischen TFA und Pestizid- sowie Nitratbelastungen. Dabei zeigte sich laut Burtscher-Schaden eine relativ starke Korrelation mit Pestiziden und eine starke bis moderate mit Nitraten. Das deute auf einen substanziellen landwirtschaftlichen Beitrag zu den TFA-Einträgen hin, schließe andere Quellen wie bestimmte F-Gase aber nicht aus. TFA entsteht unter anderem beim Abbau fluorierter Pestizide, Kältemittel und anderer Chemikalien. Global 2000 bezeichnet die Substanz als kleines und besonders mobiles PFAS.

Gesundheitsfolgen noch nicht vollständig geklärt

Die Europäische Chemikalienagentur ECHA stufte TFA zuletzt als reproduktionstoxisch ein. Die mittlere TFA-Konzentration der 2024 untersuchten Messstellen lag laut Global 2000 bei 2,4 Mikrogramm pro Liter. Die Organisation verweist darauf, dass für toxikologisch relevante Abbauprodukte von Pestiziden ein EU-Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter gilt. Der schwedische Toxikologe Mattias Öberg, Ko-Autor der Auswertung, warnte vor einer weiteren Anreicherung der Substanz im Wasserkreislauf. Eine Entfernung aus dem Wasser sei zwar grundsätzlich möglich, derzeit aber energieintensiv und teuer. Die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen von TFA seien zudem noch nicht vollständig geklärt.

Forderung nach weniger PFAS-Pestiziden

Angeliki Lyssimachou von PAN Europe bezeichnete die Ergebnisse als Warnsignal für die EU und forderte, auch in anderen Mitgliedstaaten entsprechende Grundwasserdaten auszuwerten. Zudem sprach sie sich für ein Verbot von PFAS-Pestiziden aus. Global 2000 kritisierte unterdessen, dass das Landwirtschaftsministerium die beiden Messserien zwar veröffentlicht, den zeitlichen Vergleich aber nicht selbst vorgenommen habe. Dadurch sei der Anstieg bislang nicht sichtbar geworden. Die Organisation kündigte an, dieser Frage weiter nachzugehen.

(APA/red)

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