Geisterfahrer unterwegs auf Österreichs Straßen
425 Geisterfahrer wurden 2025 gemeldet. Besonders abends und am Wochenende steigt das Risiko deutlich.
Geisterfahrer bleiben eine seltene, aber extrem gefährliche Ausnahme im Straßenverkehr. Im Jahr 2025 wurden im Ö3-Verkehrsservice 425 Geisterfahrermeldungen registriert – ein Anstieg um rund sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt kam es zu 13 Unfällen, sechs davon mit Verletzten. Zwei Menschen verloren dabei ihr Leben.
Seit Beginn der Statistik im Jahr 1987 starben in Österreich 126 Personen bei Geisterfahrerunfällen. Die Zahlen zeigen: Auch einzelne Fehlfahrten können tödliche Folgen haben.
Kärnten und der Raum Villach als Brennpunkt
Auffällig ist die regionale Konzentration. Kärnten führt erstmals das Bundesländer-Ranking an und verzeichnete 2025 so viele Geisterfahrer wie noch nie. Besonders der Großraum Villach gilt erneut als Hotspot. Dort wurden auf mehreren Autobahnen und am Knoten Villach 69 Geisterfahrer gezählt – das entspricht rund 16 Prozent aller Fälle in Österreich.
Auch die Südautobahn (A2) bleibt österreichweit jene Strecke mit den meisten Falschfahrern, gefolgt von der Westautobahn (A1) und der Tauernautobahn (A10). In Relation zur Streckenlänge ist die S7 Fürstenfelder Schnellstraße besonders auffällig.
Abends, sonntags, im Herbst
Zeitlich zeigen sich klare Muster. Die meisten Geisterfahrer sind sonntags unterwegs, im Tagesverlauf vor allem zwischen 21 und 24 Uhr. Der gefährlichste Monat des Jahres 2025 war der Oktober, während im Frühling vergleichsweise wenige Fälle gemeldet wurden. Am geringsten ist das Risiko in den Morgenstunden zwischen 6 und 9 Uhr.
Experten sprechen daher von einem ausgeprägten Freizeitphänomen – mit erhöhtem Risiko am Abend und an Wochenenden.
Alkohol, Überforderung und Navi-Fehler
Als Hauptursachen gelten weiterhin Alkohol- und Drogeneinfluss, aber auch Überforderung, Ablenkung und Fehlinterpretationen von Navigationssystemen. Mehrere dokumentierte Fälle zeigen, dass Lenker nach falschen Abfahrten umdrehen und dem Navi folgen – und dadurch erneut falsch auf die Autobahn geleitet werden.
Zwischen erster Warnmeldung und Entwarnung vergehen im Schnitt 15 Minuten. Trotz rascher Reaktion bleibt in dieser Zeit ein erhebliches Unfallrisiko bestehen.
Was das für Autofahrer bedeutet
Geisterfahrer lassen sich nicht vorhersagen – wohl aber ihre typischen Zeitfenster und Regionen. Wer abends, am Wochenende oder in bekannten Hotspots unterwegs ist, sollte Verkehrsmeldungen besonders ernst nehmen, defensiv fahren und Warnhinweise sofort befolgen.
(PA/red)