Glatteis als unsichtbare Gefahr im Winter
Eisregen und extreme Kälte verschärfen europaweit die Lage und machen Glatteis zur akuten Gefahr.
Europa steckt mitten in einer winterlichen Gefahrenlage. Während die Sturmfront „Elli“ in Deutschland, Frankreich und Großbritannien Tote, Stromausfälle und Verkehrschaos verursacht, spitzt sich auch in Österreich die Situation zu: Eisregen, Glatteis und extreme Kälte erhöhen das Unfall- und Sturzrisiko massiv. Neben blockierten Straßen und rutschigen Gehwegen zeigt ein tödlicher Vorfall in Salzburg, dass die Kombination aus Frost, Nässe und Unterschätzung der Bedingungen rasch lebensgefährlich werden kann.
Der aktuelle Eisregen in Österreich und anderen Teilen Europas zeigt, wie schnell sich Straßen und Gehwege in gefährliche Rutschflächen verwandeln können. Besonders tückisch ist Glatteis, weil es oft unsichtbar bleibt: Die Fahrbahn wirkt nass, ist aber spiegelglatt.
Warum Glatteis so gefährlich ist
Glatteis entsteht meist durch gefrierenden Regen, der auf ausgekühlten Boden fällt. Auch Temperaturen knapp über null Grad sind kein Schutz: Der Untergrund kann weiterhin frostig sein. Innerhalb von Sekunden bilden sich dünne Eisschichten, die selbst bei geringer Geschwindigkeit oder vorsichtigem Gehen zu Kontrollverlust führen.
Zu Fuß unterwegs: Kleine Schritte, große Wirkung
Für Fußgänger ist Glatteis besonders riskant, weil Stürze häufig zu Verletzungen an Handgelenken, Knien oder dem Kopf führen.
Worauf es ankommt:
- Kleine, flache Schritte statt hastigem Gehen
- Rutschfeste Schuhe mit gutem Profil oder Spikes
- Hände frei halten, nicht in den Taschen
- Gehwege meiden, die offensichtlich nicht gestreut sind
- Bei extremer Glätte: unnötige Wege vermeiden
Auch Spaziergänge oder Wanderungen abseits geräumter Wege sollten bei Eisregen verschoben werden.
Autofahren bei Glatteis mit Bedacht
Auf der Straße gilt: Jede Fahrt wird zur potenziellen Gefahr. Selbst moderne Assistenzsysteme stoßen auf Eis an ihre Grenzen. Der ÖAMTC weist darauf hin, dass angepasste Geschwindigkeit entscheidend ist – und dass selbst Plusgrade keine Entwarnung bedeuten.
Wichtige Regeln:
- Nur unbedingt notwendige Fahrten antreten
- Tempo stark reduzieren, besonders auf Brücken und Nebenstraßen
- Großer Sicherheitsabstand zum Vordermann
- Sanft bremsen, keine abrupten Lenkbewegungen
- Gerät das Auto ins Schleudern: Gas wegnehmen, auskuppeln und in Fahrtrichtung lenken
Winterreifen sind Pflicht, helfen aber bei blankem Eis nur eingeschränkt.
Vorsicht auch abseits der Straße
Glatteis betrifft nicht nur den Verkehr. Auch Treppen, Einfahrten, Parkplätze oder Bahnsteige werden schnell zur Sturzfalle. Zusätzlich bleibt in alpinen Regionen die Lawinengefahr erhöht – ein weiterer Grund, Aktivitäten im freien Gelände vorsichtig anzugehen.
(ORF/red)