Globale Schwankungen: Extremwetter im Jänner
Während die Welt im Schnitt wärmer ist, kämpfen einzelne Regionen mit Kälte, Bränden und sintflutartigen Regenfällen.
Der Jänner 2026 war geprägt von außergewöhnlichen Wetterphänomenen: Extreme Hitze, schwere Kälte, sintflutartige Regenfälle und weitreichende Naturgefahren haben sich rund um den Globus manifestiert. Meteorologische Daten zeigen, dass dieser Monat trotz signifikanter regionaler Unterschiede global zu den wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen gehört.
Fünftwärmster Jänner
Nach Auswertungen des Copernicus Climate Change Service (C3S) lag die weltweite Durchschnittstemperatur im Jänner bei rund 12,95 °C – dies macht den Monat zum fünftwärmsten Jänner überhaupt registriert. Damit war die globale Temperatur nur geringfügig niedriger als im bisher wärmsten Jänner des Jahres 2025. Trotz dieser hohen globale Mittelwerte traten deutliche regionale Unterschiede auf.
Extreme Kälte auf Nordhalbkugel
Während global die Temperaturen erhöht blieben, dominierte im Norden der Erdkugel ein völlig anderes Bild. Große Teile Europas erlebten den bislang kältesten Jänner seit mehr als einem Jahrzehnt, begleitet von massiven Kältewellen. Auch in Nordamerika erreichten die Temperaturen ungewöhnlich niedrige Werte. In einigen Regionen fielen die Werte auf deutlich unter −40 °C. Diese kräftigen Kaltluftausbrüche führten zu erheblichen Beeinträchtigungen des Alltags und der Infrastruktur.
Hitzewellen und Brände im Süden
Im Gegensatz dazu brachte der Süden der Welt ungewöhnlich starke Hitze: Australien, Teile Südamerikas einschließlich Chile und die patagonischen Regionen wiesen überdurchschnittlich hohe Temperaturen auf. In Australien und Südamerika förderten sie die Ausbreitung weitflächiger Vegetationsbrände, deren Folgen Mensch und Umwelt spürbar trafen.
Überschwemmungen und Niederschlagsrekorde
Nicht nur Temperaturschwankungen bestimmten das Wettergeschehen. In verschiedenen Regionen des Südens und der Tropen kam es zu intensiven Regenfällen, teils mit katastrophalen Folgen. Besonders betroffen waren Gebiete im südlichen Afrika, wo heftige Niederschläge zu Überschwemmungen und Erdrutschen führten. In einigen Regionen wurden Zehntausende Menschen durch die Wassermassen direkt betroffen.
Gesteigerte Risiken
Klimaforscher betonen, dass der gleichzeitige Auftakt von Kälte- und Hitzeextremen nicht im Widerspruch zu langfristigen Erwärmungstrends steht. Vielmehr zeigt die gleichzeitige Präsenz regional unterschiedlicher Extrema, wie komplex das Erdsystem auf die anhaltende Erwärmung reagiert. Längerfristige Trends würden eine Zunahme von extremen Wetterereignissen begünstigen, weshalb Anpassungsmaßnahmen und Frühwarnsysteme immer wichtiger werden.
(red)