Krebszahlen steigen, Risiko pro Person sinkt
In Österreich werden die Krebsfälle in den kommenden zwei Jahrzehnten deutlich zunehmen, vor allem weil die Bevölkerung immer älter wird.
Die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Österreich wird in den kommenden zwei Jahrzehnten deutlich steigen. Laut Prognose der Statistik Austria werden im Jahr 2045 rund 56.500 Menschen pro Jahr neu an Krebs erkranken – das ist ein Anstieg von knapp 22 Prozent gegenüber 2023. Auch die Zahl der krebsbedingten Todesfälle wird steigen, von rund 20.900 auf etwa 25.300 pro Jahr. Diese Entwicklung ist vor allem auf den demografischen Wandel zurückzuführen.
Alternde Bevölkerung treibt Zahlen
Hauptursache für den Anstieg ist die alternde Bevölkerung. Menschen im höheren Lebensalter haben ein deutlich höheres Krebsrisiko als jüngere, daher führt die wachsende Zahl älterer Menschen automatisch zu mehr Krebserkrankungen. Bis 2045 wird erwartet, dass über 2,5 Millionen Österreicher 65 Jahre oder älter sein werden. Diese Verschiebung wirkt sich direkt auf die absoluten Zahlen aus. Gleichzeitig sinkt das individuelle Risiko pro Person leicht, wenn man die Altersstruktur berücksichtigt. Fortschritte in Prävention, Früherkennung und Therapie tragen dazu bei, dass die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate nur leicht abnimmt und die altersstandardisierte Sterberate sogar deutlich sinkt.
Unterschiedliche Trends bei Krebsarten
Nicht alle Krebsarten entwickeln sich gleich. Prostatakrebs bei Männern könnte um fast 60 Prozent zunehmen und bleibt damit die häufigste Diagnose bei Männern. Brustkrebs bleibt bei Frauen am weitesten verbreitet. Bei Lungenkrebs zeigt sich ein bemerkenswerter Trend: Die altersstandardisierte Rate bei Frauen könnte bis 2035 über der der Männer liegen.
Mehr Menschen leben mit Krebs
Parallel zu den Neuerkrankungen steigt die Zahl der Menschen, die mit einer Krebsdiagnose leben. Die Prävalenz könnte von rund 395.000 im Jahr 2023 auf über 600.000 im Jahr 2045 anwachsen. Das stellt das Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen, denn längere Lebenszeiten bedeuten längere Phasen der Nachsorge, Rehabilitation und Betreuung. Die Prognosen machen daher deutlich: Mehr Krebserkrankungen sind kein plötzliches Gesundheitsproblem, sondern die Folge einer alternden Gesellschaft. Gleichzeitig zeigen die altersstandardisierten Daten, dass Prävention, Früherkennung und moderne Therapien Wirkung zeigen. Die Herausforderung für Politik und Medizin wird hauptsächlich darin bestehen, die Versorgung der wachsenden Zahl an Patienten sicherzustellen und gleichzeitig Prävention und Früherkennung weiter auszubauen.
(red)