Masern in Österreich wieder auf Vormarsch

Die WHO hebt den Masern-Eliminationsstatus Österreichs auf, da das Virus über längere Zeiträume kontinuierlich zirkuliert.

29.01.2026 11:31
red04
© Adobe Stock
2024 wurden in Österreich 542 Masernfälle gemeldet.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Österreich den Status „masernfrei“ aberkannt. Nach anhaltend hohen Fallzahlen stuft die WHO die Masern im Land nun wieder als etabliert ein. Dieser Status zeigt, dass das Virus über längere Zeiträume ununterbrochen zirkuliert – ein Rückschlag für die bisherigen Erfolge im Kampf gegen die Krankheit.

Bedeutung von „eliminiert“

Der Begriff „eliminiert“ ist oft missverstanden: Er bedeutet nicht, dass Masern vollständig ausgerottet sind, sondern dass es über mindestens zwölf Monate keine kontinuierliche Übertragung im Land gibt. In Österreich gelang dies zuletzt nicht: 2024 wurden 542 Masernfälle gemeldet, mehr als 20 Prozent der Betroffenen mussten ins Krankenhaus, vier sogar auf die Intensivstation. Auch 2025 gingen die Zahlen zwar auf 152 Fälle zurück, doch die Zahl der Hospitalisierungen blieb hoch.

Impfquote bleibt unterkritisch

Als Hauptgrund für das Wiederauftreten der Masern gilt die unzureichende Durchimpfung. Experten schätzen die vollständige Schutzrate auf nur etwa 71 Prozent – weit unter den für eine dauerhafte Unterbrechung der Infektionsketten nötigen 95 Prozent. Besonders betroffen sind Menschen, die nach 1990 geboren wurden und oft nur eine der zwei empfohlenen Impfdosen erhalten haben. Virologen warnen, dass Masern keine harmlose Kinderkrankheit seien. Denn die Krankheit kann zu schweren Komplikationen wie Lungen- oder Gehirnentzündungen führen. Die österreichische Regierung kündigte gezielte Maßnahmen an, um die Impfbereitschaft zu erhöhen. Dazu zählen Informationskampagnen sowie eine verstärkte Kontrolle des Impfstatus in Schulen und Kindergärten.

Europa im Blick

Österreich ist nicht das einzige Land, das seinen Masern-Eliminationsstatus verloren hat. Auch das Vereinigte Königreich, Spanien und Aserbaidschan gelten laut WHO wieder als nicht masernfrei. Grund sind rückläufige Impfquoten und importierte Fälle – ein Trend, der die Gesundheitsbehörden europaweit alarmiert. Experten sehen die Entwicklung als klares Warnsignal: Ohne konsequente Impfprogramme könnten Masern in vielen europäischen Ländern wieder zu einer regelmäßig auftretenden Krankheit werden.

(red)

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