Naturverlust bedroht die weltweite Wirtschaft
Biodiversitätsverlust ist längst kein reines Umweltproblem mehr – er bedroht direkt die wirtschaftliche Zukunft von Unternehmen.
Ein neuer globaler Bericht macht deutlich: Der Verlust von Arten und Lebensräumen ist nicht mehr nur ein Umweltproblem – er kann Unternehmen ernsthaft gefährden. Laut dem IPBES-Bericht haben Firmen nur dann eine Zukunft, wenn sie ihren Umgang mit natürlichen Ressourcen grundlegend verändern. Andernfalls drohen nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Einbußen.
Biodiversitätsverlust trifft die Wirtschaft
Der Bericht, erstellt von 79 Experten aus 35 Ländern, zeigt: Jede wirtschaftliche Aktivität hängt direkt oder indirekt von der Natur ab – sei es durch Rohstoffe, Wasser, Klimaregulation oder Schutz vor Naturkatastrophen. Gleichzeitig tragen Unternehmen oft selbst dazu bei, dass diese Grundlagen zerstört werden. Wer naturbezogene Risiken ignoriert, läuft Gefahr, schwere wirtschaftliche Probleme zu bekommen. Viele Firmen fokussieren sich noch immer auf kurzfristige Gewinne und übersehen, wie abhängig sie von stabilen Ökosystemen sind.
Risiko für Unternehmen
Das aktuelle Geschäftsmodell – kurzsichtige Gewinnorientierung, fehlende Anreize für nachhaltiges Wirtschaften, unzureichende Daten – zerstört die Natur und gefährdet zugleich die Firmen selbst. Im Jahr 2023 flossen rund 7,3 Billionen US-Dollar in Aktivitäten, die der Natur schaden, während nur etwa 220 Milliarden US-Dollar in naturschonende Maßnahmen investiert wurden. Je mehr natürliche Lebensräume verschwinden, desto anfälliger werden Lieferketten, Rohstoffversorgung und andere ökologische Dienstleistungen, auf die Unternehmen angewiesen sind.
Handeln statt abwarten
Unternehmen müssen ihren Einfluss auf die Natur genau kennen, diesen in ihre Strategien einbeziehen und offenlegen, wie ihre Geschäfte die Ökosysteme beeinflussen. Nur so lassen sich echte Verbesserungen erzielen – Greenwashing reicht nicht. Regierungen, Finanzakteure, Zivilgesellschaft und lokale Gemeinschaften spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie können helfen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die naturfreundliches Wirtschaften lohnend machen.
Neuer Blick auf Wirtschaft
Die Botschaft ist klar: Der Schutz und die Wiederherstellung von Natur sind nicht nur moralisch oder ökologisch sinnvoll – sie sind wirtschaftlich entscheidend. Globale Ökosysteme bilden die Grundlage für Wachstum, Stabilität und künftige Wertschöpfung. Wer diese Realität ignoriert, gefährdet nicht nur die Umwelt, sondern auch die eigene Zukunft. Es geht nicht nur um Wissenschaft, sondern auch um Strukturen und Politik: Neue Geschäftsmodelle, andere Investitionsentscheidungen und kluge Regulierung sind notwendig. Firmen, die sich diesem Wandel verschließen, riskieren, langfristig ihre Existenz zu verlieren.
(red)