Österreichs Bahn soll Verkehrswende tragen

Um die Klimaziele zu erreichen, soll der Güterverkehr in Österreich stärker auf die Schiene verlagert werden.

27.07.2026 13:37
red04
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Der Gütertransport auf Österreichs Schienen hat 2025 leicht zugenommen.

Um die österreichischen Klimaziele im Verkehrsbereich zu erreichen, sollen die CO2-Emissionen bis 2040 nahezu auf null reduziert werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Verlagerung von Gütertransporten von der Straße auf die Schiene. Der 2023 vom damals grün geführten Klimaschutzministerium präsentierte „Masterplan Güterverkehr 2030“ nennt verschiedene Maßnahmen, um den Schienengüterverkehr auszubauen. Als wesentlicher Faktor gilt dabei die Anbindung von Unternehmen an die bestehende Bahninfrastruktur – etwa durch Ladegleise oder eigene Anschlussbahnen.

Ladegleise und Anschlussbahnen

Ladegleise stehen grundsätzlich allen Unternehmen zur Verfügung. Die öffentlich zugänglichen Gleise befinden sich meist bei Bahnhöfen und ermöglichen das Be- und Entladen von Güterwaggons. Unternehmen erreichen diese Anlagen üblicherweise mit Lastkraftwagen. Eigentümer sind entweder die ÖBB-Infrastruktur AG oder private Eisenbahnunternehmen. Anschlussbahnen führen dagegen direkt auf Firmengelände oder zu Produktionsstätten. Sie befinden sich überwiegend im Besitz der jeweiligen Unternehmen, die auch für deren Erhalt verantwortlich sind. Je nach Standort können diese Gleisanlagen nur wenige Meter lang sein oder mehrere Kilometer umfassen. Rund 95 Prozent der österreichischen Anschlussbahnen zweigen vom Netz der ÖBB-Infrastruktur AG ab. Für den Transport der Güterwagen sind in der Regel Eisenbahnverkehrsunternehmen zuständig. Im ÖBB-Netz sind mehr als 70 Anbieter tätig, die einzelne Wagen ebenso wie komplette Züge übernehmen.

Zahl der genutzten Gleisanschlüsse sinkt

Österreich verfügt im europäischen Vergleich über ein dichtes Netz an Ladegleisen und Anschlussbahnen. Gleichzeitig geht die Zahl der tatsächlich genutzten Anschlüsse seit Jahren zurück. Während im Jahr 2010 noch 840 Anschlussbahnen regelmäßig bedient wurden, waren es 2020 nur noch 547. Im Vorjahr wurden von insgesamt 930 erreichbaren Gleisanschlüssen lediglich 488 tatsächlich genutzt. Dennoch bleibt ihre Bedeutung für den Güterverkehr hoch: Rund zwei Drittel der gesamten in Österreich per Bahn transportierten Gütermengen werden über Anschlussbahnen abgewickelt oder gelangen über diese in das Schienennetz.

Wenige Unternehmen prägen den Umschlag

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 1,2 Millionen Wagen über österreichische Anschlussbahnen zugestellt. Das entspricht einem Anstieg von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein großer Teil des Umschlags konzentrierte sich auf wenige große Unternehmen. Die Hälfte des gesamten Aufkommens entfiel auf 16 Betriebe. Dazu zählten unter anderem voestalpine Linz und Donawitz, die Linz Service GmbH, der Ennshafen sowie Sappi Austria. Als am stärksten vernetzter Bahnhof Österreichs galt der Stadthafen Linz mit 20 Anschlussbahnen. Gleichzeitig blieben zahlreiche Anlagen ungenutzt: Mehr als 450 Anschlussbahnen verzeichneten im Vorjahr keinen Wagenumschlag. Weitere 39 Gleisanschlüsse kamen auf höchstens zehn Wagen, 21 weitere auf maximal 20 Wagen.

Kombinierter Verkehr als Ergänzung

Wo eine eigene Anschlussbahn wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, setzt der „Masterplan Güterverkehr 2030“ auf den kombinierten beziehungsweise intermodalen Verkehr. Dabei werden Güter nicht mehrfach umgeladen, sondern bleiben während des Transports in derselben Einheit – beispielsweise in einem Container oder auf einem Sattelauflieger. Der Lkw übernimmt dabei nur den Vor- und Nachlauf zwischen Straße und Bahnterminal. Dadurch soll der Anteil des Straßengüterverkehrs reduziert werden. Ein Beispiel für diese Transportform ist die Rollende Landstraße.

Schienengüterverkehr leicht gestiegen

Der Gütertransport auf Österreichs Schienen hat 2025 leicht zugenommen. Nach Angaben der Statistik Austria wurden insgesamt 96,2 Millionen Tonnen Güter auf der Bahn transportiert. Das entspricht einem Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr als ein Drittel der transportierten Güter entfiel auf den Transitverkehr durch Österreich. Nahezu ebenso groß war der Anteil des innerösterreichischen Verkehrs. Der verbleibende Teil entfiel auf grenzüberschreitende Transporte in das Ausland und aus dem Ausland.

(APA/red)

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