OPEC-Fonds – Interesse an Österreich als Mitglied
Zum 50-jährigen Bestehen des Entwicklungsfonds der OPEC wird über künftige Partnerschaften, globale Entwicklung und neue Mitgliedschaften diskutiert.
Der Entwicklungsfonds der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC-Fonds) hat in der Wiener Hofburg sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Bei der Veranstaltung kamen Vertreter aus zahlreichen Staaten des Globalen Südens zusammen, während Österreich lediglich durch eine Videobotschaft von Bundespräsident Alexander Van der Bellen vertreten war.
Fondsdirektor Abdulhamid Alkhalifa äußerte im Gespräch mit der APA Interesse an einer möglichen Mitgliedschaft Österreichs. Der Fonds sei offen für Kooperationen und würde eine Aufnahme grundsätzlich begrüßen und prüfen. Zugleich betonte er die institutionelle Unabhängigkeit des Entwicklungsfonds vom OPEC-Kartell, obwohl beide Organisationen ihren Sitz in Wien haben.
Van der Bellen würdigte in seiner Botschaft die Arbeit des Fonds, insbesondere dessen Beitrag zur Armutsbekämpfung sowie zur Förderung nachhaltiger Entwicklung und erneuerbarer Energien. Internationale Zusammenarbeit sei entscheidend, um globale Herausforderungen wie den Klimawandel zu bewältigen.
Seit seiner Gründung im Jahr 1976 hat der OPEC-Fonds nach eigenen Angaben mehr als 32 Milliarden US-Dollar für Entwicklungsprojekte bereitgestellt und dabei Projekte im Gesamtumfang von rund 240 Milliarden Dollar unterstützt. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Auszahlungen auf rund 3,2 Milliarden Dollar. Die Mittel flossen unter anderem in Infrastruktur-, Energie- und Mikrofinanzprojekte in zahlreichen Ländern.
Parallel zum Jubiläum unterzeichnete der Fonds eine Kooperationsvereinbarung mit der V20-Gruppe, einem Zusammenschluss besonders vom Klimawandel betroffener Staaten. Deren Vorsitzende, die Premierministerin von Barbados, Mia Mottley, betonte die Notwendigkeit von Schuldenumwandlungen, langfristigen Finanzierungen sowie Investitionen in grundlegende öffentliche Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheit und Wasserversorgung.
Die V20-Gruppe wächst kontinuierlich und umfasst mittlerweile über 70 Staaten. Ziel ist es, die Interessen vulnerabler Länder im internationalen Klimadiskurs stärker zu bündeln und deren Finanzierungsmöglichkeiten zu verbessern.
Der OPEC-Fonds wurde 1976 in Algier gegründet und wird von mehreren Mitgliedstaaten finanziert, darunter Saudi-Arabien als größter Geldgeber sowie weitere Staaten aus dem Nahen Osten, Afrika und Lateinamerika.
APA/Red.
